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Züge faszinieren Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Holz- und Modelleisenbahnen sind weiterhin Nischenprodukte, aber zugleich auch zeitlose Klassiker.

Mit einer Eisenbahn verschenkt man einen Klassiker. Ob aus Holz oder als traditionelle Modelleisenbahn - es ist möglich, dass auch die Enkel noch damit spielen können. Die Hersteller setzen auf Bekanntes. Neue Entwicklungen müssen zu dem passen, was schon in Kinderzimmern und Hobbykellern liegt. Schienen legen und Züge anfassen gehört immer noch dazu.

Inzwischen können die Modelleisenbahnen auch komplett digital gesteuert werden. Längst ist auch in Holzeisenbahnen Elektronik verbaut, beispielsweise in der infrarotgesteuerten Waschanlage von Brio - die Marke gehört seit einigen Jahren zum schwäbischen Familienkonzern Ravensburger.

Märklin bietet Lok Emma von Jim Knopf an

Auch im ferngesteuerten ICE von Eichhorn von der fränkischen Simba-Dickie-Gruppe, die ebenfalls ein Familienunternehmen ist, ist Elektronik verbaut. Zu dieser Gruppe gehört seit 2013 auch Märklin. Die Göppinger Modellbahnbauer setzen in zweierlei Hinsicht auf Bekanntes. Zum Beispiel gibt es dieses Jahr, passend zum Jim Knopf-Film, die exakt nachgebaute Lok Emma. Zwischenzeitlich war das Set ausverkauft, jetzt produziert Märklin stetig nach.

Gerade für Kinder baut Märklin viele aktuelle Züge, wie zum Beispiel den ICE3 oder einen Flughafen - kabellos ferngesteuert per Control Stick. Alleine auf Sammler zu setzen, reicht nicht mehr.

Fleischmann und Roco waren schon insolvent

Eltern und Großeltern besinnen sich immer mehr zurück auf klassische Spielsachen mit Lerneffekt, heißt es bei Märklin. Aber einfach ist das Geschäft mit Modelleisenbahnen nicht, denn auch andere Hersteller wie Fleischmann und Roco waren schon insolvent. Bei Holzspielzeug stellt der deutsche Verband der Spielwarenindustrie übrigens ebenfalls neues Interesse fest. Aber auch hier reden wir von einer Nische. Ob Modell- oder Holzeisenbahn: Die Züge sind keine Massenprodukte, sondern Klassiker.

Autorin: Katharina Fortenbacher-Jahn, SWR Aktuelle Wirtschaft | Online: Thomas Oberfranz

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