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Wegen der US-Sanktionen gegen den Iran machen einige Unternehmen in Baden-Württemberg keine Geschäfte mehr mit dem Land - zumindest vorerst.

Eigentlich wollte der Stuttgarter Autobauer Daimler mit einem Partnerunternehmen im Iran Lkw bauen und verkaufen. Wegen der neuen US-Sanktionen hat das Unternehmen seine Expansionspläne jetzt auf Eis gelegt. Das sagte eine Daimler-Sprecherin dem SWR. Auch Autos der Marke Mercedes werden im Iran nicht produziert und vertrieben. Insgesamt habe sich die iranische Wirtschaft und damit auch der Automobilmarkt deutlich schwächer entwickelt als erwartet, so die Sprecherin.

Auch der Reinigungsgerätehersteller Kärcher aus Winnenden hat bereits Konsequenzen gezogen und liefert nach eigenen Angaben nicht mehr in den Iran.

Unternehmen rechnen mit Problemen mit den USA

Unterschiedlicher Lohn für die gleiche Arbeit (Foto: SWR, SWR)
Die baden-württembergische Wirtschaft hat bislang weniger Waren in den Iran exportiert als im Vorjahreszeitraum. SWR

Insgesamt sind die Ausfuhren aus Baden-Württemberg in den Iran in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ins Stocken gekommen: Sie gingen um 12 Prozent zurück - auf etwa 122 Millionen Euro. Das hat das Statistische Landesamt ausgerechnet.

Unternehmen aus Baden-Württemberg, die im Iran aktiv sind, treffen die US-Sanktionen hart: Eine Sprecherin der IHK-Region Stuttgart sagte, wenn die Firmen ihre Geschäfte dort weiter betrieben, müssten sie mit Schwierigkeiten mit den US-Behörden rechnen. Auch werde es schwieriger, Geschäfte mit dem Iran zu finanzieren.

Von Geli Hensolt, SWR Aktuelle Wirtschaft | Online: Heidi Keller, Tobias Frey

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