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Im Norden gibt es dank Windkraft Strom, der im Süden gebraucht wird. Doch es gibt nicht genügend Leitungen, um den Strom zu transportieren. Energieminister Altmaier will das beschleunigen.

Strommasten (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Der Strom muss vom Norden in den Süden kommen Thinkstock -

7.500 Kilometer Stromleitungen müssen gebaut, ausgebaut und verbessert werden. Das sind nur die großen Übertragungsleitungen. Davon ist ein Viertel genehmigt und 1.000 Kilometer sind gebaut.

Es müsste mehr sein, da sind sich Politik, Netzbetreiber und Netzagentur einig. Aber: Die größten so genannten Stromautobahnen sind immerhin im Planfeststellungsverfahren. Sie sollten bis 2025 fertig werden. Beim Rest handelt es sich oft um relativ unaufwendige Verbesserungen an bestehenden Masten. Da will Energieminister Altmaier jetzt schnelle Erfolge einfahren.

Mehr Tempo bei Verlegung der Leitungen

Der Ausbau hängt aber vor allem, weil in den ersten Jahren ab 2009 viel geplant und wenig mit den Menschen geredet wurde. Der Widerstand ist groß und bremst die Verfahren. Da hat sich schon etwas verändert. Jetzt werden die Strecken schon früh zum Beispiel mit Naturschützern besprochen. Das soll spätere Klagegründe von vorneherein ausräumen. Besonders schwierig scheint es in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen zu sein. Beschleunigte Verfahren kündigt der Minister dafür an.

Es hängt nicht an den Finanzen

Ein Geldproblem ist der Ausbau am Ende nicht wirklich. Denn eine Ebene darunter, bei den so genannten Verteilnetzen, muss noch mehr aufgewendet werden. Und zwar einfach nur, weil die deutschen Netze - nach dem Krieg im Aufschwung gebaut - in einem Alter sind, wo sie erneuert werden müssen.

Energiebedarf im Südwesten braucht Strom aus dem Norden

Vögel sitzen auf Stromleitungen (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Wenn Atomkraftwerke abgeschaltet werden, fehlt der Strom. picture-alliance / dpa -

Im Süden der Republik ist das Interesse am Netzausbau besonders groß. Denn wenn 2022 die letzten Atomkraftwerke stillgelegt werden, fehlen in Baden-Württemberg fast 20 Terawattstunden Strom im Jahr - in Bayern nochmal so viel. Das heißt, ein Viertel des Verbrauchs.

Der Ausbau Erneuerbarer Energien in der Region selbst kann das nur zum Teil abfedern. Der Südwesten - ohnehin schon auf Zulieferungen aus dem Norden angewiesen - wird noch mehr Energie von dort brauchen. Das wird auf der einen Seite Kohlestrom sein - so lange der noch produziert wird - langfristig aber nur noch Windstrom.

Effizienz in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Das Gute ist: Der Südwesten macht ohnehin schon aus wenig Energie viel Wirtschaftskraft. Baden-Württemberg führt bei der Energieeffizienz einsam unter den Flächenländern. Rheinland-Pfalz liegt immerhin etwa im Bundesdurchschnitt.

Von Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Andreas Reinhardt

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