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Energieminister Altmaier wirbt für den Ausbau der Stromnetze. SWR-Umweltredakteur Werner Eckert hat eigene Vorstellungen, wie man der Stromtrassen-Planung auf die Beine helfen könnte.

Aufnahme eines Strommasten von unten (Foto: SWR, SWR -)
Energieminister Altmaier hat den Ausbau der Stromtrassen zur Chefsache erklärt. SWR -

Kommentar von Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung

Wenn das so weitergeht, werden wir bis 2022 kein fertiges Stromnetz haben - auch bis 2025 und 2030 nicht. Stimmt, das läuft zäh. Weil am Anfang viel geplant - aber wenig mit den Leuten geredet wurde und der Widerstand vor Ort entsprechend groß ist.

SWR-Umweltexperte Werner Eckert. (Foto: SWR, SWR -)
Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung SWR -

Aber auch, weil viele technische Möglichkeiten durch unsinnige Regelungen verhindert wurden. Da will Energieminister Altmaier jetzt ein Möglichmacher werden. Soll er mal. Und schließlich hat ja auch der damalige bayrische Ministerpräsident Seehofer die Bremse reingehauen, indem er statt Strommasten Erdkabel durchgesetzt hat. Die Trassen dafür wollen sich Bauern jetzt gerne vergolden lassen.

Das scheint der Politik alles auch nicht so wichtig. Man hat schon den Eindruck, die haben im Hinterkopf immer den Gedanken: Na, wenns halt nix wird, dann bleiben die Akws am Netz und Kohle sowieso. Der Plan B ist offenbar: Weiter so macht alle froh!

Im Südwesten fällt ein Viertel des Stroms weg

Deshalb glaube ich, das muss definitiv ausgeschlossen werden, und es gehört ein Fahrplan für den Kohleausstieg aus Klimaschutzgründen her. Das schafft Druck in den Kessel und dann klappt das auch mit dem Netzbau. Denn das alles ist für den Südwesten schon eine Herausforderung: Wenn Neckarwestheim und Philippsburg dicht machen, dann fehlt ein Viertel des Stroms in Baden-Württemberg.

Da sind drei Dinge zu tun: Netze ausbauen - klar. Aber auch mehr Erneuerbare Energien in der Region - dazu braucht es keine Stromautobahnen - und Energie effizient nutzen. Der Südwesten macht ohnehin schon aus wenig Energie viel Wirtschaftskraft. Baden-Württemberg führt bei der Energieeffizienz einsam unter den Flächenländern. Das ist ein unschlagbarer Wettbewerbsvorteil - und … ausbaubar.

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