Mineralwasser im Test

Fremdstoffe und Zitronengeschmack inklusive

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Wasser ist nicht gleich Wasser. Die Stiftung Warentest hat 30 Medium-Mineralwässer unter die Lupe genommen und nur elf davon mit "Gut" bewertet.

Gespräch mit Stefanie Peyk, SWR Umwelt und Ernährung

Die Stiftung Warentest hat mittelstark sprudelnde Mineralwässer ins Labor geschickt. Welche Mineralwässer sind empfehlenswert?

Da kommen einige Marken infrage. Unter den vier besten Wässern im Test sind gleich zwei Quellen aus Rheinland-Pfalz. Zum einen die Traditionsmarke Gerolsteiner. Die punktet zum Beispiel in Sachen Geschmack. Gerolsteiner hat aber auch seinen Preis: 53 Cent pro Liter. Deutlich günstiger ist Mineralwasser aus der Saskia Quelle in Wörth am Rhein. Das Wasser wird bei Lidl im Südwesten für 13 Cent pro Liter verkauft und hat im Test sogar noch einen Tick besser abgeschnitten als das Gerolsteiner-Wasser.

Aus Baden-Württemberg waren überhaupt nur drei Wässer am Start: die Naturpark-Quelle aus Mainhardt-Baad, das Norma-Wasser Surf aus der Quintus-Quelle in Bruchsal und die Frische Brise aus der Marius-Quelle in Aspach. Sie haben nur mit "Befriedigend" abgeschlossen - nicht berauschend. Andere bekannte Marken aus dem Land waren gar nicht im Test - wie Ensinger aus Vaihingen-Enz oder Eiszeit-Quell aus Reutlingen.

Bei über 800 Mineralwässern deutschlandweit müssen sich die Tester eben beschränken.

Von 30 Mineralwässern wurden im Test nur elf mit "Gut" bewertet. Warum haben so viele Produkte schlecht abgeschnitten?

Viele Mineralwässer bekommen einfach Abzüge wegen des Geschmacks. Oft schmeckt man das Plastik der Flaschen durch - dann hat das Wasser meist eine untypisch fruchtige Note. Auch zwei rheinland-pfälzische Wässer haben in Sachen Geschmack nur die Note Vier bekommen - die beiden Handelsmarken Real Quality von der Bergquelle in Thalfang und Real Tip von der Erbeskopf-Quelle in Malborn. Beide haben zitronig geschmeckt.

Apollinaris aus Bad Neuenahr überzeugt zwar geschmacklich, trotzdem gab es Punktabzüge. Der Grund dafür waren Spuren von Fremdstoffen, die nicht ins Wasser gehören. Das ist ein Problem, das mehrere Wässer haben. Bei den Verunreinigungen kann es sich zum Beispiel um Spuren von Spritzmitteln aus der Landwirtschaft oder kleinste Mengen von Süßstoffen, die ursprünglich aus dem Abwasser von Haushalten stammen, handeln. Diese Spuren bedeuten keine Gefahr für die Gesundheit, aber von "ursprünglicher Reinheit" kann keine Rede mehr sein.

Heißt bei Mineralwässern billig gleich schlecht?

Nein - das ist die gute Nachricht für Verbraucher. Billig muss nicht schlecht sein und "Gut" heißt nicht automatisch teuer. Ganz vorne im Test liegen die günstigen Eigenmarken von Edeka und Lidl Gut und Günstig aus der Vitaqua-Quelle und Saskia aus der gleichnamigen Quelle in Wörth am Rhein - beide Wässer kosten nur 13 Cent pro Liter. Sie sind genauso gut wie die deutlich teurere Traditionsmarke Franken Brunnen und sogar einen Tick besser als Gerolsteiner, das auch mehr kostet.

Das teuerste Mineralwasser im Test, Apollinaris, bekommt nur die Note 3. Der Grund, wie bei einigen anderen Wässern auch: unerwünschte Spuren von Fremdstoffen, etwa aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser. Das zeigt: Qualität lässt sich beim Mineralwasser nicht am Preis ablesen. Gutes Wasser gibt es auch für wenig Geld.

Wie empfehlenswert ist es, Leitungswasser zu trinken?

Wasser und Mineralwasser (Foto: Getty Images, Thinkstock - Montage SWR)
Statt Mineralwasser aus der Flasche kann man auch Leitungswasser trinken.  Thinkstock - Montage SWR

Auf jeden Fall ist Leitungswasser oft eine gute Alternative zu Mineralwasser. Ich muss keine Flaschen schleppen, und wenn ich mein Glas direkt unter den Hahn halte, schmeckt mein Wasser auch nicht nach Plastik.

Manche kaufen Mineralwasser wegen der Mineralstoffe. Allerdings ist nicht jedes Mineralwasser tatsächlich reich an Mineralstoffen. Da muss genau auf das Etikett geschaut werden.

Empfohlene Mineralwässer mit speziellen Inhaltsstoffen

  • Von den Wässern im Test von Stiftung Warentest war zum Beispiel Gerolsteiner reich an knochenstärkendem Kalzium. Genauso wie zwei Quellen aus Baden-Württemberg: die Naturparkquelle in Mainhardt-Baad und Frische Brise von der Mariusquelle in Aspach.
  • Bei Hitze oder für Sportler ist Magnesium wichtig, weil das beim Schwitzen verloren geht. Von den getesteten Wässern bieten sich da unter anderem Apollinaris, Gerolsteiner und Frische Brise an.

Online: Tobias Frey

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