Neue Kampagne "Mehrweg ist Klimaschutz"

Zu viel Verwirrung beim Flaschenpfand

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"Mehrweg ist Klimaschutz" wirbt eine Kampagne für mehr Mehrweg-Flaschen. Doch Verbraucher haben es schwer, bei Pfandflaschen zwischen Mehrweg oder Einweg zu unterscheiden.

Pfandflaschen aus Glas sind am 07.08.2017 in Berlin aufgestapelt. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Auf 70 Prozent soll die Quote an Mehrweg-Flaschen im Handel steigen. picture-alliance / dpa -

Früher war die Sache ganz einfach: Jede leere Flasche, für die es im Supermarkt Geld zurück gab, war automatisch eine Mehrweg-Flasche. Mit Hilfe des Pfandgeldes kaufte der Handel die Flasche quasi zurück, um sie dann neu befüllt wieder in den Laden zu stellen.

Ein Kreislauf, der so lange andauern konnte, bis die Flasche unbrauchbar geworden war. Flaschen, für die es kein Geld gab, waren die Einwegflaschen. Sie landeten nach einmaligem Gebrauch im Müll. Sackgasse statt Kreislauf also.

Einweg, Mehrweg oder was? Verbraucher oft überfordert bei Pfandflaschen

Pfandflaschen und -Dosen stehen am 10.02.2014 in einem sogenannten «Pfandring» (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Zu dem Bündnis "Mehrweg-Allianz" gehören sechs Verbände und Stiftungen; unter anderem die Stiftung Initiative Mehrweg und der Verband des deutschen Getränkefachgroßhandels. picture-alliance / dpa -

Das änderte sich erst vor rund 15 Jahren, als mit Einweg-Pfand die Verwirrung kam: Denn seitdem gibt es auch für solche Flaschen Pfand zurück, die keine Mehrweg-Flaschen sind. Die also meist direkt geschreddert werden, nachdem sie im Rückgabeautomaten gelandet sind. Zweifellos hatte das Einweg-Pfand eine erfreuliche Folge: Deutlich weniger Flaschen und Dosen landen seitdem in der Landschaft. Laut Verpackungsherstellern werden 98 Prozent aller Einweg-Pfandflaschen zurückgebracht.

Die negative Konsequenz: Das Flaschenpfand als eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Mehrweg und Einweg fiel weg. Eine Tatsache, die laut einer Umfrage aus dem Jahr 2014 viele Verbraucher überfordert. Demnach scheitert die Hälfte der Befragten daran, Mehrweg- von Einwegflaschen zu unterscheiden.

Verbraucherschützer fordern bessere Kennzeichnung von Mehrwegflaschen

Müll liegt am 21.08.2015 um einen überquellenden Mülleimer (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Aktuell liegt die Mehrweg-Quote bei etwas über 40 Prozent. picture-alliance / dpa -

Deswegen fordern Verbraucherschützer eine klare Kennzeichnungspflicht: Neben dem Pfand-Symbol müsse auf jeder Flasche der unmissverständliche Hinweis stehen, ob Mehrweg oder Einweg. Nur so könnte Verbrauchern, die bewusst Mehrwegflaschen kaufen wollten, eine Entscheidungshilfe an die Hand gegeben werden.

Eine solche Entscheidungshilfe scheint dringend nötig. Denn derzeit werden nur rund 40 Prozent der Getränke in Mehrwegflaschen verkauft, noch weniger ist es bei Mineralwasser.

Viel zu wenig, um die festgeschriebene Mehrwegquote zu erfüllen - die wird im Verpackungsgesetz geregelt und soll bereits 2021 bei 70 Prozent Mehrweg-Anteil liegen.

Von Dominik Bartoscheck, SWR-Umweltredaktion | Online: Lutz Heyser

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