Zehn Jahre Whatsapp So entstehen neue Emojis

Bei Instagram oder Whatsapp machen Smileys und Co. inzwischen bis zu 50 Prozent der Kommunikation aus, schätzen Experten. Jeder kann neue Emojis vorschlagen. So funktioniert das.

Emojis sind ein wichtiger Bestandteil unserer digitalen Unterhaltungen. Rund sechs Milliarden der kleinen Symbole werden täglich um die Welt geschickt. Bei Whatsapp mittlerweile seit zehn Jahren. Wer entscheidet eigentlich, welche Emojis wir verwenden?

Ehrenamtliches Unicode-Konsortium legt digitalen Code fest

Software-Ingenieur Mark Davis ist - mit einem Team - der Herr der Smileys und Emojis. (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
Software-Ingenieur Mark Davis ist - mit einem Team - der Herr der Smileys und Emojis. dpa Bildfunk -

Der Herr über alle Emojis ist ein freundlicher, älterer Mann mit grauem Bart und randloser Brille. Der 66-jährige US-Amerikaner Mark Davis arbeitet im richtigen Leben als Softwareentwickler für Google in Zürich, deshalb kann er auch Schweizerdeutsch. Davis ist Mitbegründer und Präsident des Unicode-Konsortiums.

Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Kalifornien kümmert sich ehrenamtlich um den Unicode-Standard. Sie legt für jede Art von Schriftzeichen einen digitalen Code fest. So werden alle auf der Welt bekannten Textzeichen in einem normierten Zeichensatz zusammengefasst. Jedes Zeichen sieht damit überall gleich aus. Mitarbeiter von Google, Netflix, Facebook oder Apple, aber zum Beispiel auch Vertreter der indischen Regierung sind Mitglieder des Konsortiums.

Emojis neu erfinden - Gleichberechtigung und Inklusion eingeschlossen

Seit neun Jahren gehören die Emojis zum Unicode. Einmal im Jahr stellt Mark Davis mit seinem Team im Emoji-Ausschuss Neuigkeiten vor, die dann verabschiedet werden und ein paar Monate später auf unseren Handys auftauchen. Seit drei Jahren kann jeder beim Unicode-Konsortium Vorschläge für neue Emojis machen - man muss aber sehr gut und ausführlich begründen, warum gerade dieses Symbol in Zukunft häufig verwendet werden wird.

Gerade sind ein paar neue Emojis für 2019 verabschiedet worden: ein Flamingo, ein Otter oder Knoblauch sind dabei. Besonderen Wert legen die Emoji-Entscheider aber wie in den vergangenen Jahren auf Gleichberechtigung und Inklusion. Es wird Symbole in verschiedenen Hautfarben und zum Beispiel Blindenhunde oder einen Rollstuhl geben.

Gewinne mit Emojis

Geld mit den Emojis verdienen andere - App-Hersteller zum Beispiel, die besondere Emoji-Tastatur-Layouts anbieten. Vor allem aber ein Düsseldorfer Unternehmer: Er hat sich 2013 die Wortmarke Emoji schützen lassen. Ihm musste auch Sony Geld bezahlen für den Emoji-Film, der im vergangenen Sommer im Kino lief.

Online: Heidi Keller

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