Wirtschaftsfaktor Wein Weltweiter Weinkonsum wächst

Die Welt trinkt wieder mehr Wein. 2017 ist der Verbrauch leicht angestiegen, um knapp ein Prozent. Dabei sind beim Pro-Kopf-Verbrauch die Unterschiede zwischen den Nationen enorm.

Der Verbrauch von Wein unterscheidet sich international stark - einige Länder bestimmen das Wachstum. (Foto: SWR, SWR -)
Der Weinverbrauch unterscheidet sich international stark - einige Länder bestimmen das Wachstum. SWR -

Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) hat jetzt die Zahlen für 2017 veröffentlicht. Geht es nach dem Verbrauch pro Kopf, sind die Portugiesen Weinnation Nummer Eins: 58,8 Liter Jahreskonsum - damit liegen sie vor den Franzosen und Italienern. Das ist gut doppelt so viel wie ein Durchschnitts-Deutscher trinkt.

Die deutschen Weintrinker belegen mit 28,2 Litern Platz 10 im internationalen Ranking, noch vor den Spaniern mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 26,4 Litern.

Starke Schwankungen beim Weinkonsum international

Global übrigens liegt der durchschnittliche Konsum bei 3,2 Litern. Die Unterschiede sind also gewaltig.

Beispiel: Wein-Entwicklungsland China. Da liegt der Verbrauch gerade einmal bei 1,5 Litern pro Kopf und Jahr. Aber wegen der großen Bevölkerung kommt der Riesenstaat dann doch auf einen Gesamtverbrauch fast so groß wie der der Deutschen. Der Zuwachs ist dort auch rasant.

Die Hälfte des Weins wird in andere Länder exportiert

Während die klassischen europäischen Weinbauländer im Schnitt sinkende Verbrauchszahlen haben, legen die anderen zu: China klar, aber auch Australien und die USA. Die Folge: Es wird immer mehr Wein exportiert - fast die Hälfte der Weltproduktion wird heutzutage nicht mehr im Erzeugerland getrunken, sondern ins Ausland verkauft.

Deutschland ist Spitze beim Import von Billig-Wein

Dabei bleibt Deutschland weiter das Land, das mit Abstand am meisten Wein importiert. Gut 1,5 Mal so viel wie wir selbst produzieren. Deutschland ist also der wichtigste Absatzmarkt - aber nicht der beste Kunde.

Denn wir kaufen überwiegend billige Weine, sehr billige: Im Schnitt liegt der Preis für einen Liter importierter Ware bei 1,70 Euro. In den USA - zum Vergleich - sind das über 4 Euro.

Zwölf Prozent Überschuss bei der Weinproduktion

Obwohl die Rebfläche weltweit leicht sinkt, ist die Produktion von Wein in diesem Jahr voraussichtlich wieder gestiegen. Knapp die Hälfte stammt übrigens aus nur drei Ländern: Italien, Frankreich und Spanien.

Und wie immer wird global viel mehr Wein produziert als getrunken werden kann: Rund 12 Prozent Überschuss werden zu Alkohol destilliert und industriell verwendet.

Von Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Heidi Keller

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