Weltmesse BioFach Das kommt von der Messe neu in die Bioläden

Zur 30. weltgrößten Biomesse "BioFach" in Nürnberg sind so viele Aussteller gekommen wie nie: 2.989 aus 95 Ländern. Fachbesucher entscheiden, was es für Verbraucher bald Neues gibt.

Die Nachfrage nach Convenience-Produkten wächst auch in der Bio-Welt. (Foto: SWR, SWR -)
Die Nachfrage nach Convenience-Produkten wächst auch in der Bio-Welt. SWR -

Fragen an Sabine Schütze, SWR Umwelt und Ernährung, zur Zeit auf der Biomesse

Welche neuen Trend-Produkte erwarten uns denn demnächst in den Bioläden?

Hier auf der BioFach buhlen etwa 600 neue Produkte um die Gunst der Ladenbesitzer. Ich muss sagen, dass es mir zum ersten Mal schwer fällt, einen Trend ausfindig zu machen. Dieses Jahr ist es eher so, dass es alles gibt: Superfood ist immer noch in, der Reigen an Convenience-Angeboten, also vorverarbeiteten Lebensmitteln reißt nicht ab. Etliche Fleischalternativen werden gezeigt - sowohl die, die Schnitzel und Wurst nachahmen, als auch die, die zeigen, was es sonst noch gibt - etwa marinierte Pilze oder Hanf-Emmer-Bällchen mit Süßkartoffeln. Es gibt auch Bananenmehl und Maniokmehl, weil glutenfrei immer noch ein großes Thema ist.

Hochwertige Dattel-Pralinen ohne zusätzlichen Zucker (Foto: SWR, SWR -)
Genuss ohne Reue: Hochwertige Dattel-Pralinen ohne zusätzlichen Zucker. SWR -

Was auch auffällt, ist, dass es wieder mehr Angebote hin zu ursprünglichen Lebensmitteln gibt. Emmer als ein Urweizen habe ich schon erwähnt, aber auch Waldstauden-Roggen, ein besonders ballaststoffreicher Roggen, habe ich gesehen. Oder auch Säfte in Rohkostqualität - egal, ob Gemüsesaft oder Granatapfelsaft.

Ich selbst konnte dann aber bei den Kakao-Datteln nicht widerstehen. Das sind Pralinen aus einer nussgefüllten Dattel, die von einem zart schmelzenden Schokoladenmantel - ohne zugesetzten Zucker - umhüllt sind.

Wie sieht es aus mit den Fertiggerichten und dem Biogedanken?

Frischer Saft statt frische Früchte. (Foto: SWR, SWR -)
Frischer Saft statt frische Früchte - in Bioqualität. SWR -

Fertiggerichte beherrschen inzwischen auch die Bio-Szene. Das hat allerdings mit Ursprünglichkeit wenig zu tun. Mit den Fertigprodukten wirft die Biobranche auch ihr angestaubtes Müsli-Image über Bord und wird für neue Käuferschichten interessant. Ohne Convenience-Food geht es eben nicht mehr. Fast jeder, auch überzeugte Ökos greifen hin und wieder zum schnellen Fertiggericht - sie wollen das dann aber in Bio-Qualität.

Und - das ist neu - inzwischen bitte auch in ökologischen, nachhaltigen Verpackungen. Denn ob ich essfertige, geschälte Maronen als Snack in einem aluminiumbeschichteten Standbeutel wirklich brauche, ist fraglich.

Da überzeugen doch die Winzersnacks viel mehr. Das sind geröstete Nüsse in einem hübschen, wiederverwendbaren Schraubglas. Oder es gibt Verpackungen, die man nach Plastik und Papier trennen kann, damit sie recycelt werden können. Wenn dann noch das Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen ist, dann ist das richtig hipp. Graspapier habe ich übrigens hier auch schon gesehen. Schöne Sache, das wird aus Grünschnitt-Abfällen gemacht, ist aber noch zu teuer für die Masse.

Online: Heidi Keller

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