Weihnachten 2018 So viel Geld wie nie für Weihnachtsgeschenke

Laut einer aktuellen Umfrage wollen die Deutschen in diesem Jahr im Schnitt 282 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Für Gutscheine und Erlebnisse - immer öfter online gekauft.

Passanten gehen am 28.12.2015 mit Einkaufstüten durch die Innenstadt in Hannover (Niedersachsen). (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Auch dieses Jahr werden die Fußgängerzonen wieder voll sein zur Vorweihnachtszeit. picture-alliance / dpa -

Fragen an Katha Jansen, Aktuelle Wirtschaft

282 Euro als Budget für Weihnachtsgeschenke, das ist ein neuer Rekordwert. Ist es auch ein Ausdruck dafür, dass es uns in Deutschland so gut wie nie geht?

Wirtschaftlich gesehen geht es uns momentan tatsächlich richtig gut. Dabei kommen mehrere Faktoren zusammen, wie die Beratungsgesellschaft Ernst & Young ermittelt hat, die die Umfrage durchgeführt hat: eine niedrige Arbeitslosigkeit, eine Konjunktur, bei der es läuft, und Löhne, die in der Folge teils kräftig gestiegen sind. Das bedeutet: Bei Vielen ist das Portemonnaie derzeit voll und die Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft eher gering. Das steigert die Bereitschaft zum Konsumieren und Schenken. Zudem ist Weihnachten immer noch der Anlass im Jahr, für den wir am meisten Geld auszugeben bereit sind.

Wofür möchten die Menschen das Geld denn am liebsten ausgeben?

Eine Frau hält am 20.12.2010 in München (Bayern) mehrere Geschenk-Gutscheine in der Hand. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Geld und Gutscheine bleiben die beliebtesten Weihnachtsgeschenke. picture-alliance / dpa -

Extrem beliebt als Geschenk ist es in diesem Jahr tatsächlich Erlebnisse zu verschenken. Das ist schon seit einigen Jahren ein erkennbarer Trend: also einen Fallschirmsprung zu schenken statt Socken oder auch ein gemeinsames Wellness-Wochenende - einfach Zeit und Erleben zu verschenken statt etwas nur rein Materielles.

Für solche Erlebnisse oder Erlebnisgutscheine sind die Deutschen laut aktueller Umfrage in diesem Jahr bereit deutlich mehr auszugeben: Die durchschnittliche Ausgabebereitschaft für solche Erlebnisse steigt von zuletzt durchschnittlich 19 Euro im vergangenen Jahr auf aktuell gut 42 Euro in 2018. Das entspricht einer Steigerung von 121 Prozent!

Welche Geschenk-Alternativen sind dieses Jahr zu Weihnachten noch beliebt?

Weihnachtlich dekoriert ist am 10.12.2014 in Berlin das Kaufhaus am Alexanderplatz (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Immer öfter werden Weihnachtsgeschenke nun im Internet gekauft - dem stationären Handel drohen Umsatzeinbußen. picture-alliance / dpa -

Viele wünschen sich auch dieses Jahr wieder neue Elektronik, wie etwa Tablets, Smartphones und Co, unter dem Christbaum. Weniger beliebt ist dagegen Kleidung als Geschenk. Für Pullover, Schals und Socken wurde schon in den vergangenen Jahren immer weniger Geld ausgegeben. Jetzt ist der Wert für Kleidungs-Geschenke sogar noch einmal gesunken. Darunter werden wohl vor allem die klassischen Kaufhäuser leiden, für die das Verkaufen von Mode oft das Kerngeschäft ist.

Noch eines ist auffällig bei der Geschenke-Umfrage: Auf dem ersten Platz in der Statistik der beliebtesten Geschenke landen immer noch Geld und Gutscheine. Die sind und bleiben die einfachste Lösung, wenn man nicht so richtig weiß, was man eigentlich schenken soll.

Wir verlassen zum Einkaufen immer seltener das Haus und kaufen im Internet. Wie schlägt sich das in den Zahlen nieder?

Eine Frau und ein Mann stehen 12.12.2015 in Hamburg in dem Shoppingcenter "Europapassage" neben Weihnachtsdeko und schauen sich ihre Einkäufe an. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Etwa 44 Prozent der Verbraucher geben an, dass vorweihnachtliche Veranstaltungen und Weihnachtsmärkte ein Anreiz für einen Einkaufsbummel in der Stadt seien. picture-alliance / dpa -

Den Boom des Online-Handels gegenüber den stationären Geschäften in der Innenstadt kann man ganz gut daran ablesen, wie viel Geld die Befragten im Netz ausgeben wollen und wie viel in Geschäften: Beide Werte sind in diesem Jahr sehr nah beieinander. 88 Euro wollen die Menschen im Schnitt online in Geschenke investieren und 91 Euro offline. Der Onlinewert ist damit seit letztem Jahr nochmals extrem gestiegen.

Aber einen Weg gibt es trotzdem, uns von der Couch und aus dem Haus in die Winterkälte hinein zum Einkaufen zu locken: Weihnachtsmärkte. Sie und andere Weihnachtsveranstaltungen in den Innenstädten sind für fast die Hälfte der Befragten ein guter Grund für einen Einkaufsbummel in der Stadt.

Online: Lutz Heyser

STAND