Was bringt das 5G-Netz Nie wieder Funklöcher?

Derzeit ärgern sich viele Handy-Nutzer über das aktuelle LTE-Netz, das man auch als 4G-Netz bezeichnen kann. Demnächst soll das 5G-Netz kommen. Was dadurch besser wird - und was nicht.

Fragen an Andreas Reinhardt, SWR Aktuelle Wirtschaft

Wird telefonieren und surfen mit 5G billiger?

Nein, auf keinen Fall. Zunächst müssen die Netzbetreiber sehr viel Geld für die neue Technik investieren. Und das werden sie sich vom Mobilfunk-Nutzer zurückholen. Außerdem brauchen die Kunden auch ein 5G-fähiges Gerät. Also muss man sich ein neues und bestimmt teures Smartphone kaufen. Die Qualität ist dann zwar sensationell gut - die Datenübertragung erfolgt fast in Echtzeit - aber der Preis dafür wird hoch sein. Ob sich das in den ersten Jahren für Privatleute lohnt, ist fraglich. In erster Linie ist 5G wichtig für Bereiche wie autonomes Fahren, vernetzte Wirtschaftszeige, Industrie oder Medizin.

Warum gibt es in Deutschland mehr Funklöcher als in Albanien?

Weil hier die Lizenzen teuer sind, der Ausbau teuer ist und es im Schnitt zwei Jahre dauert, bis ein neuer Mobilfunkmast eine Baugenehmigung hat. Jeder will telefonieren und surfen - aber bitte keinen Funkmast vor meiner Nase. In anderen Ländern geht das viel schneller. Außerdem arbeiten die Netzbetreiber dort oft enger zusammen, etwa beim Aufbau von Sendemasten. Außerdem wird "National Roaming" genutzt.

Was ist "National Roaming"?

Dabei geht es darum, dass die Anbieter ihr Netz für die Konkurrenz öffnen. Also ich bin automatisch immer im stärksten Netz und habe so den besten Empfang. Das nennt sich National Roaming. Davon steht derzeit noch nichts im Telekommunikationsgesetz. Es ist in Deutschland aber nicht verboten. Die Netzanbieter dürfen sich absprechen. Derzeit gibt es vom Gesetzgeber den Plan, dass die Anbieter National Roaming anbieten müssen! Dagegen laufen die deutschen Netzbetreiber Sturm. Sie befürchten, dass einer der Dumme ist und ausbaut - und die anderen nutzen dann das vorhandene Netz. Das mieten die anderen zwar dann, aber sie müssen selbst kein Geld für die Funkmasten investieren. Und Werbeversprechen wie "Wir haben das beste Netz" zählen dann nicht mehr.

Wie schnell kommt das 5G-Netz?

Symbolfoto Mobiles Internet 5G (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Die fünfte Generation drahtloser Kommunikation wird von der Wirtschaft herbeigesehnt. picture-alliance / dpa -

Im Frühjahr werden zunächst hohe Frequenzen versteigert, die eignen sich um Städte zu versorgen. Für die Fläche auf dem Land sind sie nicht geeignet. Das wird noch ein paar Jahre dauern, dann wird es auch für 5G andere Frequenzen geben. Auch bei 5G erlässt die Bundesnetzagentur Auflagen, was bis wann versorgt sein muss. Die Behörde hätte dabei gerne schärfere Auflagen gemacht, doch die Mobilfunkanbieter stöhnen schon jetzt und sagen, die Auflagen seien zu hart und zu teuer. Außerdem muss man beachten: Wenn 5G kommt, kommt das zusätzlich und wird nicht die jetzigen Löcher bei 4G und 3G stopfen.

Online: Petra Thiele

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