WWF-Studie Living Planet Keine Besserung für die Ressourcen der Erde

Wir verbrauchen die natürlichen Ressourcen der Erde immer schneller. Das geht aus dem zwölften Living-Planet-Bericht der Naturschutzorganisation WWF zum ökologischen Zustand der Erde hervor.

Die Gesundheitskurve des Patienten Erde weist steil nach unten. Gleichzeitig steigt der krankmachende Ressourcenverbrauch der Menschen ungebremst weiter. Seit 40 Jahren schon verbrauchen wir jedes Jahr mehr Wasser, Energie und Rohstoffe als die Erde in zwölf Monaten bereitstellen kann - mittlerweile sind es 70 Prozent mehr. In der Konsequenz heißt das, wir leben fast fünf Monate im Jahr auf Pump, Tendenz stark steigend.

Ökosysteme leiden durch mehr CO2 und Müll

Kraftwerke tragen maßgeblich zur CO2-Produktion auf der Erde bei. (Foto: SWR, SWR - SWR)
Kraftwerke tragen maßgeblich zur CO2-Produktion auf der Erde bei. SWR - SWR

Gleichzeitig blasen wir immer mehr CO2 in die Luft und heizen damit den Klimawandel an. Das alles hat Folgen vor allem für die Artenvielfalt. Denn seit 1970 sind die Bestände an Wirbeltieren weltweit um 60 Prozent gesunken, in einigen Teilen Süd- und Mittelamerika sogar um fast 90 Prozent.

Insgesamt nimmt die Luftverschmutzung weiterhin zu. Und wir produzieren immer mehr Müll. Gerade die zunehmende Vermüllung der Meere und die Folgen für die Wasserwelt, aber auch für das gesamte Ökosystem, machen dem WWF große Sorgen. Da, so fordert die Naturschutzorganisation WWF, müssten deutlich drastischere Maßnahmen beschlossen werden als bisher.

Ökologischer Fußabdruck wächst auch in Afrika und Asien

Allerdings verläuft die Ausbeutung der Erde regional sehr unterschiedlich. So ist der ökologische Fußabdruck in den USA, in China, in Teilen Europas und auf der arabischen Halbinsel besonders hoch. In vielen Ländern Afrikas oder auch in Südasiens hingegen deutlich kleiner. Aber - und das ist die schlechte Nachricht: Auch in diesen Teilen der Erde nimmt der Ressourcenverbrauch stetig zu.

Rettung nur noch durch konsequente Umsetzung der Klimaabkommen

Fußabdruck aus verschiedenen Symbolen (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Der ökologische Fußabdruck beschreibt, wie viel Fläche der Erde der Mensch mit seinem Lebensstil beansprucht. Thinkstock -

Der Bericht ist sehr alarmierend, denn die Zahlen und Trends sind schon seit Jahren bekannt. Aber es ändert sich nichts - im Gegenteil. Ein Beispiel: Die Tierbestände sind auch in den letzten zwei Jahren, seit dem letzten Report, nochmals um zwei Prozent zurückgegangen.

Und das Zeitfenster, in dem das Ruder noch herumgerissen werden kann, wird immer kleiner. Nur wenn bis zum Jahr 2030 die Ziele aller Abkommen - die es auf dem Papier ja gibt, etwa das Klimaabkommen von Paris oder das Übereinkommen über die biologische Vielfalt oder auch die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung - wirklich erreicht werden, nicht nur angestoßen, dann gibt es die Chance, dass sich die Entwicklung noch aufhalten lässt, betont der WWF.

Von Susanne Henn, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Heidi Keller

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