Vorsicht bei Spaziergängen Zecken früher und länger aktiv

Schon sechs bis acht Grad reichen ihnen, dann ist Schluss mit der Winterstarre: Dann werden die Zecken aktiv. Dank Klimaerwärmung sind sie inzwischen einen Monat früher munter und bleiben das auch länger.

Eine Zecke steckt in menschlicher Haut, eine Rötung um den Zeckenbiss weist auf eine Infektion hin. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Nach einem Ausflug in die Natur sollte man den Körper auf Zecken untersuchen. Thinkstock -

Der Gemeine Holzbock - das ist die bei uns heimische und die generell häufigste Zecken-Art in Mitteleuropa. Alteingesessen heißt aber nicht, dass alles beim Alten bleibt. Es gibt neue Entwicklungen rund um Zecken in Deutschland.

Neue Risikogebiete für FSME in Deutschland

Die verstärkte Zeckenaktivität kann man auch an den Statistiken zu FSME-Fällen beim Menschen ablesen. FSME ist die Hirnhauterkrankung, die von Zecken übertragen wird. Die Statistiken zeigen: Der vergangene Sommer hat 2018 zum Super-Zecken-Jahr gemacht. Bundesweit fast 600 FSME-Fälle - also die höchste Zeckenaktivität seit zehn Jahren.

Und die beschränkt sich nicht mehr auf die bisherigen Risikogebiete: viele in Bayern und Baden-Württemberg und Teilen von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Es fallen inzwischen auch im Norden und Osten gehäufte FSME-Fälle auf, was Rückschlüsse auf Zeckenzahl und -aktivität zulässt.

Impfkommission empfiehlt FSME-Impfung

Länger aktiv, weiter verbreitet - das Robert-Koch-Institut hat die Konsequenzen gezogen und in diesem Jahr sogar fünf neue Risikogebiete aufgenommen: in Bayern, der Sächsischen Schweiz und erstmals sogar eins in Norddeutschland.

„Risikogebiet“ - das steht für Hot-Spot - das meint, dass hier besonders viele FSME-Fälle auftreten, dass hier also bei einem Zeckenstich das Risiko der Virenübertragung entsprechend hoch ist. Deshalb lautet auch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission: Menschen, die in Risikogebieten leben, dorthin in Urlaub fahren oder draußen arbeiten, sollten sich vorsorglich gegen FSME impfen lassen.

Autorin: Alice Thiel-Sonnen, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Jutta Kaiser

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