Vogelhaus & Co. So fühlen sich Wintervögel im Garten wohl

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Wasser, Futter, Unterschlupf: Mit diesen Tipps helfen Sie Vögeln durch den Winter.

Eine Blaumeise sitzt an einer Futterstelle. (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
Eine Blaumeise sitzt an einer Futterstelle. Auch in diesem Winter ruft der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zu seiner Vogelzähl-Aktion auf. dpa Bildfunk -

Vom 10. bis 12. Januar 2020 sind wir alle wieder aufgerufen, Vögel zu zählen: Im Garten, im Park oder auf dem Balkon. Die Aktion „Stunde der Wintervögel“ des Naturschutzbund Deutschland (NABU) und des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern soll helfen herauszufinden, wie es um die Vogelbestände bei uns bestellt ist und welche Vogelarten bei uns überwintern.

Die größten Chancen, im eigenen Garten möglichst viele Vögel zu zählen hat man, wenn man ihn naturnah gestaltet. Aber wo fühlen Vögel sich besonders wohl?

Unordentlicher Garten? Den lieben die Wintervögel!

Stefan Bosch, Vogelexperte beim Nabu Baden-Württemberg kontrolliert, ob in seinem Garten noch alles vogelfreundlich ist. Verwelktes Laub auf dem Boden, ein morscher Baumstamm auf der Terrasse, abgestorbene Pflanzenreste in den Beeten, daneben angefressenes Obst und Nussschalen – irgendwie unordentlich, aber die Vögel lieben es:

So eine Unordnung mag zwar als Durcheinander erscheinen, im ersten Moment, aber da können die Vögel Insekten finden im Winter, erklärt Bosch. Denn nicht nur unter den Blättern gibt es für sie ein wahres Festessen. Auch gerade in abgestorbenen Pflanzen können Insekten ihre Eier ablegen. Die können die Vögel dann fressen und aus diesen Samenständern können sie noch die Samen herauspicken.

Wie sieht ein naturnaher Garten aus, in dem die Vögel sich wohl fühlen?

Unaufgeräumter (wilder) Garten. (Foto: SWR, SWR - Susanne Henn)
So ein etwas unaufgeräumter Garten ist im Winter ein wahres Vogelparadies: In abgestorbenen Stängeln finden sie Insekteneier, sie können noch die letzten Samen aus alten Blüten picken und unter Laub und Pflanzenresten finden sie Insekten. SWR - Susanne Henn Bild in Detailansicht öffnen
Wasser, so NABU-Vogelexperte Stefan Bosch, ist im Winter für Vögel fast wichtiger als Futter. Hier können sie, wenn es trocken ist oder alle Pfützen zugefroren sind, trinken und baden. Wichtig vor allem bei tieferen Wasserstellen ist eine SWR - Susanne Henn Bild in Detailansicht öffnen
Wer Vögel füttern will, sollte das nicht in einem offenen Vogelhäuschen tun, sondern Obst- und Beerenmischungen in einem Futterspender oder auch Meisenknödel anbieten. Bei einem offenen Futterhäuschen, durch das die Vögel laufen können, vermischen SWR - Susanne Henn Bild in Detailansicht öffnen
Nicht geerntetes Obst und Beeren sind für Vögel im Winter eine echte Überlebenshilfe. Dichte Beerenhecken bieten Ihnen zudem Schutz und ein warmes Schlafplätzchen in kalten Winternächten. SWR - Susanne Henn Bild in Detailansicht öffnen

Wasser ist wichtiger als Futter

In Gärten wie dem von Stefan Bosch und in freier Natur sollten Vögel eigentlich genug zu fressen finden. Aber in kalten Winterwoche kann man ihnen trotzdem über Engpässe hinweg helfen. Mit Fettfutter wie Meisenknödeln, oder Nuss- und Beerenmischungen in Futterspendern. Das klassische offene Vogelhäuschen hingegen ist weniger geeignet, denn hier vermischen sich Kot und Futter – ein idealer Nährboden für Keime. Noch wichtiger als Futter aber, so Stefan Bosch, ist es, den Vögeln Wasser anzubieten.

Wasser ist ein ganz wichtiges Element im Garten. Das bietet den Vögeln Möglichkeiten zu Trinken und zu Baden. In jedem Garten kann man den Vögeln Wasser in ganz einfacher Form anbieten, auf jedem Balkon ein Blumentopfuntersetzer mit Wasser gefüllt und ein Stein drin.

Für jeden Vogel den richtigen Nistkasten

Allerdings sollte man das täglich wechseln oder man legt sich gleich einen kleinen Gartenteich mit fließendem Wasser an. Aber auch ein Unterschlupf ist für die Vögel wichtig, denn in unserer zubetonierten Landschaft finden Vögel immer weniger Hecken, in denen Sie ihre Nester bauen oder Baumhöhlen, in denen Sie brüten können.

Da hilft ein Nistkasten, erklärt Stefan Bosch – aber für jeden Vogel das richtige Modell! Am besten einer, bei dem man die Vorderwände austauschen kann, mit unterschiedlichen Lochgrößen für jede Vogelart. Eine Meise zum Beispiel braucht kleinere Löcher als ein Star. Den Nistkasten im Herbst einfach säubern und dann hängen lassen, denn gerade in kalten Winternächten wird er von vielen Vögeln gerne als Schlafplatz genutzt.

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