Verfall der türkischen Lira Warum die Währungskrise uns alle angeht

Der Absturz der türkischen Währung Lira hat zwar keine direkten Auswirkungen auf uns in Deutschland. Sorgen sind aber auch hierzulande angebracht.

Deutsche Banken haben vergleichsweise wenige Kredite in die Türkei vergeben und müssen sich daher keine Sorgen um ihre Existenz machen. Auch die Währung Euro ist durch den Verfall der türkischen Lira nicht in Gefahr.

Ein rein regionales Problem ist die Krise in der Türkei aber nicht. Denn andere Schwellenländer wie etwa Russland machen sich Sorgen, dass die Krise überschwappt. Auch der Rubel ist gefallen.

Türkei so abhängig von ausländischem Geld wie kein anderes Land

Die Wirtschaft in der Türkei boomt, aber vor allem mithilfe ausländischer Investoren und Kredite.

Die Türkei importiert viel mehr als sie exportiert. Deshalb könnte eine Staatspleite auch zu einem Dominoeffekt führen, der dann auch exportstarke Länder wie Deutschland mit nach unten ziehen würde.

Die Inflation in der Türkei liegt jetzt schon bei knapp 18 Prozent, auch viele Bürger haben ausländische Kredite aufgenommen, die sie wegen des Verfalls der Lira viel schwerer werden zurückzahlen können.

Folgt auf den Währungsverfall eine politische Krise?

Ein Währungsverfall in einem Land hat oft weiter gehende Auswirkungen, die zeitverzögert eintreten können. Wo es eine Wirtschaftskrise gibt, folgt auch schnell eine politische.

Der Internationale Währungsfonds könnte mit Geld aushelfen, würde das aber auch an Bedingungen knüpfen. Bisher weigert sich Präsident Erdogan noch, diese Hilfe zu beantragen.

Autorin: Eva Röder, SWR Aktuelle Wirtschaft / Online: Jutta Kaiser

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