Unterstützung im US-Kongress-Wahlkampf Auch Mitarbeiter deutscher Firmen spenden

Die Kongresswahlen in den USA sind ein Stimmungstest für die Politik von Präsident Trump. Auch Mitarbeiter deutscher Firmen engagieren sich für Demokraten oder Republikaner - auch finanziell.

US-Wähler wählen in mobilen Wahlkabinen in New York (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Im Repräsentantenhaus werden alle 435 Sitze neu gewählt, im US-Senat etwa ein Drittel der Sitze. picture-alliance / dpa -

Die Kongresskandidaten in den USA können sich über mehr als 2,6 Millionen Dollar freuen, die sie von deutschen Firmen bekommen haben. Das Geld gab es aber nicht von der Unternehmensleitung, sondern von den Beschäftigten. Denn in den USA dürfen Firmen nicht direkt an Politiker spenden. Deshalb gibt es in den Unternehmen Mitarbeitervereinigungen, die Spendengelder sammeln und dann an die jeweiligen Kongresskandidaten weitergeben.

Von BASF bis ZF Friedrichshafen haben Mitarbeiter gespendet

Extrem viel Geld sammelten zum Beispiel die amerikanischen Mitarbeiter des Chemiekonzerns BASF aus Ludwigshafen. Die haben mehr als 630.000 Dollar zusammengetragen. Das Geld ging zu ungefähr gleichen Teilen an demokratische und an republikanische Kandidaten.

Die Mitarbeiter einer Tochterfirma von HeidelbergCement hingegen unterstützten mehrheitlich vor allem republikanische Politiker. Knapp 118.000 Dollar wurden hier insgesamt gespendet und 94 Prozent davon gingen an Republikaner - also wurde besonders die Partei von Donald Trump finanziell unterstützt.

Führungskräfte können die politische Richtung vorgeben

Das Kapitol in Washington, aufgenommen am Abend des 27.01.2010. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Auch Mitarbeiter deutscher Firmen unterstützen Politiker bei den so genannten Midterms. picture-alliance / dpa -

Ansonsten gab es auch von den amerikanischen Belegschaften von Boehringer Ingelheim, SAP, Daimler Trucks und ZF Friedrichshafen finanzielle Unterstützung für Politiker. Offiziell sollen diese Mitarbeitervereinigungen der Unternehmen komplett unabhängig sein. Es darf also keine Einflussnahme der Firmenleitung geben.

Allerdings sind dann doch häufig Manager oder Führungskräfte bei diesen Mitarbeitervereinigungen mit dabei, die auch ein wenig dafür sorgen können, dass Spenden an die für sie richtige Adresse gehen.

Wegen Trump - Republikaner bei Spenden wohl bevorzugt

Denn klar ist auch: Viele Firmen wollen sich aktuell vor allem gut mit Donald Trump und den Republikanern stellen, damit sie nicht den Zorn des US-Präsidenten zu spüren bekommen. Deshalb heißt es bei manchen Unternehmen auch hinter vorgehaltener Hand: Es wäre uns gar nicht so unrecht, wenn unsere Mitarbeiter republikanische Politiker mit ihren Spenden unterstützen würden.

Von Tobias Frey, SWR Aktuelle Wirtschaft | Online: Lutz Heyser

STAND