Teslas Stern sinkt - Kommentar Elon Musk droht Haft

Tesla-Chef Elon Musk wird von der US-Börsenaufsicht verklagt und das Justizministerium ermittelt gegen ihn.

Elon Musk (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Elon Musk steht zunehmend in die Kritik picture-alliance / dpa -

Die US-Börsenaufsicht hat den Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla, Elon Musk, wegen möglichen Wertpapierbetrugs verklagt. Sie will, dass Musk abgesetzt wird. Die Aufsicht ist der Meinung, Musk habe Investoren mit seinem Tweet Anfang August bewusst in die Irre geführt. Musk hatte damals getwittert, das Unternehmen von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung sei gesichert. Später ruderte er zurück. Im Interview mit dem US-Sender CNBC bezeichnete Musk nun die Klage der Börsenaufsicht als ungerechtfertigt.

Ein Kommentar von SWR-Wirtschaftsredakteur Alfred Schmit

Das Schicksal von Tesla scheint eng verbunden mit dem von Elon Musk

Elon Musk hat die Firma Tesla so stark auf seine eigene Person zugeschnitten, dass eine persönliche Krise gleich eine Krise der ganzen Firma mit sich bringt. Und eine Krise hat dieser kleine Nischen-Anbieter mit seinen interessanten Elektro-Autos nun am Hals. Der Chef Elon Musk hat mit seinem unbedachten Tweet in Sachen Börsen-Abschied einen groben Fehler gemacht.

Und er könnte damit nicht nur gegen die Interessen seiner Beschäftigten und Aktionäre gehandelt haben. Sondern auch eine irreführende und vor allem einklagbare Dummheit gemacht haben. Er raucht öffentlich Marihuana, schläft demonstrativ neben seiner neuen Fabrik und wirkt generell nicht wie ein Chef, der die Sache im Griff hat.

Hoch gesteckte Ziele und grosse Versprechungen

Tesla Fabrik (Foto: © SWR -)
Mitarbeiter von Tesla klagen über Überstunden © SWR -

Das Unternehmen Tesla handelt mit hohen Erwartungen unter gleichzeitig hohen Risiken, dass die versprochenen Produkte nicht oder verspätet bei der Kundschaft ankommen. Dass die Anleger ihm das bisher verziehen haben, hängt auch mit der bisherigen Ausstrahlung des Chefs zusammen, und mit dem Vertrauen in den Zukunftsmarkt der Elektroautos insgesamt. Von gutem Management aber sind diese Börsenhoffnungen meiner Ansicht nach schon länger nicht mehr gedeckt.

Wer früh schon Tesla-Aktien gekauft hat, also vor einigen Jahren, kann sich immer noch freuen, dass deren Wert sich vervielfacht hat. Doch wer überlegt, diesem Unternehmen auch künftig das Vertrauen zu schenken, dürfte spätestens jetzt ins Grübeln kommen.

Die Konkurrenz schläft nicht

Die großen Anbieter holen langsam auf in Sachen E-Autos. Die Nachfrage nach Fahrzeugen von bewährten Herstellern mit zuverlässigen Lieferketten und professionellem Vertrieb und Service könnte steigen.

Tesla Model 3 (Foto: © picture alliance, dpa -)
Einige Hunderttausend Tesla-Kunden warten auf die Auslieferung ihres Model 3 © picture alliance, dpa -

Und das wäre dann nachhaltiger, als die Entwicklung einer kleinen Firma wie Tesla. Die mit dem öffentlichen Image ihres Gründers erst abgehoben hat wie eine Rakete. Aber zurzeit doch eher den Eindruck macht, als könnte sie auch verglühen wie ein Feuerwerk. Elon Musk müsste sich bei allem Respekt für seinen Elan vielleicht auch mal Gedanken machen. Darüber, dass Leute ihm vertraut haben mit ihren Ideen und ihrer Arbeitszeit. Ihm und seiner Firma kann man jeden Erfolg nur gönnen. Aber im Moment setzt der Chef diesen Erfolg sehr leichtsinnig aufs Spiel.

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