Tag des Brotes Wie entstehen Brot-Trends?

Chia-, Fitness- oder Eiweiß-Brot: Genau wie in der Mode gibt es auch beim Bäcker Trends. Aber wer legt fest, welches Brot in den Bäckereien gerade angesagt ist?

Brot gibt es in allen möglichen Varianten. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Brot gibt es in allen möglichen Varianten. picture-alliance / dpa -

Wer vor ein paar Jahren in einer Bäckerei nach Chia-Brot gefragt hat, der hat vor allem verständnislose Blicke geerntet. Heute dagegen ist Chia-Brot kaum noch wegzudenken aus dem Sortiment der Bäckereien. Genauso wie das Eiweiß-Brot, das vor einiger Zeit überall auftauchte.

Hype um bestimmte Lebensmittel

Bäcker greifen Themen auf, die in der Gesellschaft diskutiert werden. Chia-Samen zum Beispiel gelten – ob zu Recht oder zu Unrecht – als Superfood. Ein Bäcker dachte sich: Wenn so viele Leute Chia wollen, dann muss sich das auch im Brot gut verkaufen lassen. Auf Messen verbreiten sich Ideen wie diese, andere Bäcker machen das nach.

Unverträglichkeiten schaffen Bedarf

Brot-Trends entstehen auch durch Lebensmittel-Unverträglichkeiten, die viele Menschen vermeintlich oder tatsächlich haben. Verbraucher fragen zum Beispiel nach Reis- oder Hirsebroten. Eine wichtige Rolle spielen auch die Mühlen, von denen die Bäcker ihr Mehl beziehen. Einige setzen auf besondere Getreidesorten - etwa auf regionale oder alte Sorten. Auch so kann eine Nachfrage und ein Trend entstehen.

Backmischungen spielen Rolle

Und auch industriell hergestellte Backmischungen, die viele Bäcker verwenden, spielen eine Rolle. Die Brote aus diesen Backmischungen werden häufig unter ihrem Markennamen in der Bäckerei verkauft, – prominentes Beispiel ist das sog. „König-Ludwig-Brot“, das gibt es in tausenden von Bäckereien. Die Kunden denken, das sei ein Trend. Dabei haben die Bäcker einfach die gleiche Backmischung verwendet.


Autor: Dominik Bartoschek, SWR Umwelt und Ernährung / Online: Jutta Kaiser

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