Südwest-Wirtschaft profitiert von Fußball-WM Große Hoffnung auf gutes WM-Zusatz-Geschäft

Über die Fußball-Weltmeisterschaft freuen sich nicht nur die Fans - auch viele Firmen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz profitieren vom Milliardengeschäft mit der WM-Euphorie.

Eine Flagge mit dem Logo der Fußball WM 2018 weht vor Basilius-Kathedrale. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 14. Juni bis zum 15. Juli in Russland statt. picture-alliance / dpa -

Für viele Fußball-Fans gibt es während eines großen Turniers einfach nichts Schöneres, als im Biergarten zu sitzen und gemeinsam die Spiele anzuschauen. Deshalb ist klar: Biergärten, Kneipen und Bars werden von der WM-Begeisterung ganz besonders profitieren.

Gastwirte rechnen mit gutem WM-Geschäft

Eine Kellnerin trägt beim Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese zehn Maß Bier zu einem Tisch. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Viel Umsatz soll die Fußball-WM bringen und hoffentlich auch gute Stimmung, sagen Gastwirte und Bierbrauer. picture-alliance / dpa -

Wir rechnen in den kommenden vier Wochen mit einem beachtlichen Umsatzwachstum, heißt es vom Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg. Auch der Hotel- und Gaststättenverband in Rheinland-Pfalz ist ähnlich optimistisch: "Wenn die Vorfreude bei unseren Betrieben nur halb so groß ist wie bei mir, dann ist sie riesig. Gerne denken wir an den grandiosen WM-Erfolg in Brasilien zurück, oder an das traumhafte Sommermärchen von 2006", so Gereon Haumann, vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband in Rheinland-Pfalz.

Bierbrauer kalkulieren mit deutlich mehr Umsatz

Wenn die Biergärten erst einmal voll sind und die Menschen Bier trinken, dann freuen sich selbstverständlich auch die Brauereien im Südwesten. Die Vorfreude auf die WM sei deshalb auch bei den Brauern groß, sagt etwa Stefan Seipel von der Stuttgarter Brauerei Dinkelacker, der darauf baut, dass von der WM positive Impulse auf Bierabsatz und damit Geschäft ausgehen werden - übrigens auch mit alkoholfreiem Bier oder Fassbrause.

Metzger bieten spezielle Fußball-Grill-Artikel an

Thüringer Rostbratwürste liegen auf einem Grill in Chemnitz. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
WM-Zeit ist für Viele eben auch Grill-Zeit. picture-alliance / dpa -

Doch Fußballfans wollen während einer Weltmeisterschaft nicht nur Trinken, sondern auch Essen. Da kommen die Metzgereien ins Spiel. Sie werben passend zum Großereignis häufig mit WM-Würsten oder WM-Steaks. "Wir rechnen mit deutlich mehr Umsatz", schätzt etwa Heinz-Werner Süss vom Fleischer-Verband Pfalz.

Allerdings gebe es bei einem großen Fußballturnier auch immer zwei Risikofaktoren, sagt Ulrich Klostermann vom baden-württembergischen Fleischerverband, das Wetter muss mitspielen, und unsere Nationalelf sollte auch gewinnen.

Einzelhandel profitiert insgesamt vom "WM-Effekt"

Tipp-Kick-Figuren im deutschen Nationaltrikot liegen am 06.09.2016 in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
In "normalen" Jahren ohne WM liegt der Absatz von Tipp-Kick-Spielen bei rund 40.000, in diesem Jahr wurden schon fünf Mal so viele verkauft. picture-alliance / dpa -

Auch die Einzelhändler werden von der WM profitieren, vor allem die Lebensmittelbranche. Die Nachfrage nach Chips, Getränken und Fanartikeln sei in den vergangenen Tagen gestiegen, heißt es zum Beispiel von der Supermarktkette Wasgau aus Pirmasens. Aber auch die Elektronikhändler im Südwesten können sich freuen, denn rund um eine Weltmeisterschaft oder eine Europameisterschaft werden besonders viele Fernseher verkauft.

Teilweise steigen die Umsätze um gut 40 Prozent. Aber auch Spielwaren sind jetzt gefragt, zum Beispiel das Tischspiel Tipp-Kick. Hier treten kleine Zink-Fußballmännchen gegeneinander an. Das Spiel kommt aus dem baden-württembergischen Villingen-Schwenningen und wurde in diesem Jahr bereits mehr als 200.000 Mal verkauft.

BASF baute mit an WM-Stadien, SAP liefert Nationalelf Gegner-Daten

DFB-Chefscout Urs Siegenthaler (l) mit Bundestrainer Joachim Löw (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Mit den Gegner-Daten, die der Walldorfer Software-Konzern SAP erhebt, arbeitet DFB-Chefscout Urs Siegenthaler. picture-alliance / dpa -

Von der WM profitieren aber auch Unternehmen, die auf den ersten Blick gar nichts mit Fußball zu tun haben: zum Beispiel der Chemiekonzern BASF aus Ludwigshafen. BASF hat beim Bau des WM-Stadions in Kaliningrad mitgeholfen und verschiedene Baustoffe geliefert.

Auch andere Unternehmen im Südwesten machen durch die WM gute Geschäfte. Zum Beispiel mischt die Balinger Firma Uhlsport im Konzert der großen Sportartikelhersteller wie Adidas, Nike oder Puma mit. Denn Uhlsport ist Ausrüster der tunesischen Nationalmannschaft, die sich für die WM-Endrunde qualifiziert hat.

Der IT-Konzern SAP aus Walldorf ist als Partner der DFB-Elf in Russland dabei. Denn SAP liefert Jogi Löw und Co. umfangreiche Statistiken und Gegner-Analysen. SAP soll also dabei mithelfen, dass die deutsche Mannschaft erneut den WM-Titel holt.

Von Tobias Frey, SWR Wirtschaft | Online: Lutz Heyser

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