Stiftung Warentest testet Klimageräte Kühle Wohnung - hohe Stromrechnung

Die Stiftung Warentest hat bei Klimaanlagen Splitgeräte und Monoblöcke verglichen und geprüft, ob sie sich überhaupt für den Hausgebrauch eignen. So haben die Geräte abgeschnitten.

Ein mobiles Klimagerät steht in einem Zimmer (Foto: De'Longhi)
So groß wie ein Reisekoffer sollen mobile Klimaanlagen für angenehmere Temperaturen sorgen. De'Longhi

Fragen an Martin Thiel, SWR Umwelt und Ernährung

Die Stiftung Warentest hat jeweils fünf Splitgeräte und fünf Monoblöcke getestet. Was ist der Unterschied?

Monoblöcke sind Kästen, die man sich einfach in die Wohnung stellen kann. Sie kosten zwischen 350 und 825 Euro und werden über die Steckdose mit Strom versorgt.

Klimaanlage (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Bei Splitgeräten sitzt ein Kompressor außen an der Hauswand. Foto: Colourbox.de -

Splitgeräte müssen dagegen von einem Fachmann eingebaut werden. Das Kühlelement liegt innen im Raum und ein Kompressor draußen. Für den Einbau muss die Wand aufgerissen werden. Der Aufwand ist dadurch wesentlich höher und die Kosten liegen zwischen 1.360 und etwa 2.900 Euro. Dafür kühlen Splitgeräte den Raum wesentlich effizienter und schneller runter.

Der Nachteil bei Monoblöcken ist zudem, dass auch hier die warme Luft rausgepumpt werden muss. Meist wird dafür ein Schlauch aus dem Fenster gehängt. Durch das offene Fenster kommt dann aber auch wieder warme Luft herein, die das Gerät zusätzlich kühlen muss. Das verbraucht viel Strom.

Wo liegen die Probleme bei den untersuchten Modellen, die Stiftung Warentest festgestellt hat?

Nur ein Gerät hat die Gesamtnote "Gut" bekommen. Der Rest liegt zwischen einer Drei und einer Vier. Die Steuerung per Handy hat bei vielen Geräten leider nicht funktioniert. Damit ließe sich im Idealfall die Wohnung schon von unterwegs vorkühlen.

Rote Markise an Hochhaus (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Eine Markise kann auch schon für Kühlung sorgen. picture-alliance / dpa -

Der Testsieger bei Stiftung Warentest ist ein Splitgerät von Panasonic für 2.500 Euro. Die Anlage kühlt in zehn Minuten zehn Grad runter, wenn es sein muss. Bei Monoblöcken - zum Beispiel von Obi, Remko und Suntec - dauert das zwischen 45 und 90 Minuten.

Alle Geräte machen zudem Lärm. Die Monoblöcke nerven nur einen selbst, die Splitanlagen zusätzlich noch die Nachbarn, weil der Kompressor eben draußen liegt. Außerdem kann unangenehme Zugluft entstehen.

Welche Art von Klimaanlage ist für den privaten Einsatz zu empfehlen?

In unseren Breitengraden muss man sich überlegen, ob die Investition überhaupt Sinn macht. Aber beispielsweise in einer schlecht gedämmten Dachwohnung leidet man bei Hitze durchaus. Wer also nur ein paar Tage im Jahr Kühlung braucht, für den ist der Monoblock besser. Wenn man über einen längeren Zeitraum hinweg kühlen will, sind Splitanlagen geeigneter. Diese müssen aber vom Vermieter genehmigt werden.

Die Experten der Stiftung Warentest empfehlen generell eher langfristige Lösungen wie Rollläden, Markisen, eine Hausdämmung und Spezial-Fenster. Der Stromverbrauch ist bei Klimaanlagen generell sehr hoch. Bei einem Monoblock können bis zu 40 Euro im Monat anfallen. Hätte jeder Deutsche so ein Gerät, müssten wir neue Kraftwerke bauen.

Online: Sola Hülsewig

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