Stiftung Warentest prüft Zehnmal Note 5 für Honig aus dem Supermarkt

Wer bei Discountern oder in Supermärkten Honig kauft, kann Pech haben. Zehn von 36 überprüften Honigsorten schaffen die Anforderungen von Stiftung Warentest nicht.

Honig aus dem Supermarkt - seine Qualität lässt sich schwer erkennen (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
Honig aus dem Supermarkt - seine Qualität lässt sich für Verbraucher nur schwer erkennen. dpa Bildfunk -

Fragen an Susanne Henn, SWR Umwelt und Ernährung

Wie fiel der Test mit Honig-Sorten aus dem Supermarkt aus?

Sehr unterschiedlich - so richtig toll hat kein Honig abgeschnitten. Die beste Note war ein Gut. Aber das gab es bei den 36 von Stiftung Warentest untersuchten Honigsorten immerhin elf Mal. Allerdings sind fast genauso viele, nämlich zehn Produkte, durchgefallen mit einer glatten Fünf.

Die Hauptkritikpunkte: Der Honig schmeckt nicht so, wie er schmecken sollte; es sind nicht die Pollen drin, die draufstehen; er wurde erhitzt - entweder bei der Verarbeitung oder auch beim Transport oder der Lagerung - und dadurch wichtige Enzyme zerstört. In einigen Sorten wurden Glyphosat oder auch andere Schadstoffe gefunden. Meistens in geringen Mengen, aber das hat man im Honig ja auch nicht so gerne.

Gibt es etwas, woran ich mich als Verbraucher orientierten kann, wenn ich im Supermarkt Honig kaufe?

Leider nein. Weder die Sorte, noch die Herkunft, noch der Preis lassen Rückschlüsse auf die Qualität des Honigs zu. So hat etwa in der Kategorie Mischblütenhonig ein Produkt von Lidl gewonnen. Bei Waldhonig liegen Aldi Nord und Aldi Süd vorne - beide recht günstig. Beim Akazienhonig aber sind fast alle durchgefallen - auch die Bio-Produkte von dm oder Allos.

Honig im Supermarkt kommt teilweise aus dem Ausland. (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
Honig im Supermarkt kommt teilweise aus dem Ausland. dpa Bildfunk -

Das mit der Herkunft ist auch so eine Sache: Honig ist fast immer ein Mischprodukt, daher steht auf der Herkunftsangabe zum Beispiel "Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern". Das stimmt natürlich immer, denn darunter fällt ja wirklich alles - zum Beispiel auch China. Von dort kommt relativ viel Honig, der hier verkauft wird. Aber auch wenn als Herkunft EU draufsteht, kommen schonmal Anteile zum Beispiel aus Südamerika. Also darauf kann man sich nicht verlassen.

Die Herkunftsangabe "Deutschland" hingegen stimmte zumindest im Test immer. Allerdings gibt es nur relativ wenig deutschen Supermarkt-Honig. Das ist am ehesten noch bei Rapshonig oder Blütenhonig so. Wenn ich bei einem kleinen Imker um die Ecke einkaufe, da weiß ich dann relativ genau, wo der Honig herkommt.

Kann ich mir beim Honig sicher sein, dass drin ist, was drauf steht?

Leider nicht, und das ist auch einer der Kritikpunkte. Das betrifft zum einen die Sorte - bei Mischblütenhonig ist das kein Problem, da fällt ziemlich viel unter diese Bezeichnung. Aber im Honig von Wildblüten etwa finden sich öfter auch Kulturpflanzen. Besonders schwierig ist es bei Honigarten, die sortenrein sein sollten, wie etwa Linden- oder Akazienhonig. Da sind häufig zu viele andere Pollen drin.

Es ist selbstverständlich klar, dass man einer Biene nicht vorschreiben kann, wo sie hinfliegt. Dennoch sollte ein Akazienhonig zumindest überwiegend aus Akazienpollen bestehen und nicht zur Hälfte aus Raps. Und ein hoher Anteil an Sonnenblumenpollen hat im Lindenblütenhonig auch nichts verloren.

Online: Heidi Keller

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