Stellenbörsen für das Smartphone Mit einem Wisch zum neuen Job

Klassische Bewerbungen schreiben ist out - heutzutage bewerben sich viele Menschen mit dem Smartphone. Tobias Frey aus der SWR-Wirtschaftsredaktion hat drei Jobbörsen-Apps getestet.

Jobbörse-App der Bundesagentur für Arbeit (Foto: SWR, SWR -)
Das Bewerben per Smartphone-App wird immer beliebter, da es meist schnell und einfach geht. SWR -

Tobias Frey, SWR Wirtschaft und Soziales, über die drei getesteten Apps zur Stellensuche

Große Stellenbörse im traditionellen Outfit

Die "Jobbörse"-App der Bundesagentur für Arbeit ist eine sehr klassische App, die aber die meisten Jobs bietet. Es gibt zwei Suchfelder, die ich ausfüllen muss: Zum einen, welche Art von Job ich suche, und zum anderen kann ich meine Postleitzahl eingeben, um Stellen in meiner Nähe zu finden.

Das funktioniert auch ganz gut. Ich habe den Begriff "Redakteur" und meinen Ort eingegeben. Die App hat mir dann um die 30 Jobs in meiner Nähe vorgeschlagen. Die Stellenangebote sind in der klassischen Tabellenform aufgebaut, so wie wir es von der Homepage der Bundesagentur für Arbeit kennen. Das ist optisch nicht besonders ansprechend: Job-Beschreibung, ein Profil des Arbeitgebers und die Kontaktdaten - das war es.

Wenn ich mich bewerben möchte, muss ich mich allerdings erst registrieren und anschließend meinen Lebenslauf, mein Anschreiben und alle anderen Dokumente hochladen. Das alles dauert relativ lange.

Deshalb fällt mein Fazit durchwachsen aus: Ich habe zwar eine riesige Job-Datenbank, aber optisch gesehen spricht mich die Smartphone-App nicht wirklich an. Es ist außerdem für Arbeitgeber schwierig, optisch aufzufallen und für sich zu werben.

Sechsmal wischen, sechs Bewerbungen verschicken

App der Online-Jobbörse Monster (Foto: SWR, SWR - SWR)
In der Monster-App lassen sich innerhalb von Sekunden mehrere Bewerbungen verschicken. SWR - SWR

Die Smartphone-App der Online-Jobbörse Monster ist noch relativ neu und soll laut Eigenwerbung einfach zu bedienen sein. Das kann ich auch bestätigen. Nach dem Start kann ich entweder meine Daten selbst eintragen oder der App erlauben, sich mit meinem Facebook-Account zu verknüpfen. Der enthält ja nicht nur meinen aktuellen Arbeitgeber, sondern auch ehemalige Unternehmen.

Datenschützer werden hier die Hände über dem Kopf zusammenschlagen - aber schnell und unkompliziert ist das schon. In der App erscheinen anschließend verschiedene Angebote, die im Großen und Ganzen gut zu mir passen - zum Beispiel eine Stelle als Online-Redakteur in Waiblingen oder ein Job als Redakteur in Stuttgart. Etwas kurios war das Stellenangebot als Regieassistent am Stuttgarter Theater oder ein Job als Kfz-Mechaniker in Böblingen.

Ich kann bei den Stellenangeboten entscheiden, ob ich sie ablehne oder mich bewerbe. Das geht einfach mit einem Wisch nach links oder nach rechts. Ich habe mich direkt bei einigen Arbeitgebern beworben - allerdings habe ich auch einige Tage nach der Smartphone-Bewerbung nichts gehört. Möglicherweise liegt es daran, dass die Firmen nur meinen Facebook-Lebenslauf sehen können.

Theoretisch hätte ich in der App von Monster auch einen klassischen Lebenslauf hochladen können. Mein Fazit fällt hier recht positiv aus: Es ist die komfortabelste App in meinem Selbsttest - in nicht einmal einer Minute hatte ich mich bei sechs Arbeitgebern beworben.

Mit kreativen Videos zum Bewerbungserfolg

Talentcube-App (Foto: © Talentcube -)
Mit der Talentcube-App lassen sich einer Bewerbung ganz einfach Videos hinzufügen. © Talentcube -

Die nächste App, die ich mir vornehme, ist Talentcube. Hier kann ich der Bewerbung Videos beifügen, was vor allem in der Medienbranche gut ankommen könnte. Es gibt sogar Fragen-Vorschläge, wenn ich nicht weiß, was ich in den Videos sagen soll - zum Beispiel "Was motiviert dich jeden Tag zur Arbeit zu gehen?" oder "Was hast du schon erreicht, auf das du stolz bist?".

Mit zwei Klicks wird die Kameraaufnahme gestartet, und ich kann die Videos der Bewerbung hinzufügen. Anschließend hänge ich noch meinen Lebenslauf, meine Zeugnisse und mein Anschreiben dazu und fertig ist die visuelle Bewerbungsmappe für die Hosentasche. Die Bewerbung kann ich mir per E-Mail zuschicken lassen. Diesen Link leitet man anschließend einfach an die Unternehmen weiter.

Die Firmen können sich bei der App auch selbst präsentieren. Der Autozulieferer Schaeffler hat zum Beispiel eine Bildergalerie und ein Imagevideo hochgeladen, außerdem gibt es weitere Infos zum Unternehmen selbst - beispielsweise wie viele Mitarbeiter für Schaeffler arbeiten.

Auch hier fällt mein Fazit sehr gut aus: Die Talentcube-App ist optisch auf jeden Fall am ansprechendsten. Die Videos könnten bei einer Bewerbung für zusätzliche Pluspunkte sorgen.

Von Tobias Frey, SWR Wirtschaft und Soziales

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