Sparen und Geld anlegen So rechnet sich der Weltspartag

Kinder haben Spaß, wenn sie zum Weltspartag in Banken und Sparkassen ihre Sparbüchsen aufs Konto einzahlen. Eltern, Großeltern und Paten können trotz niedriger Zinsen für Kinder effektiv sparen.

Fragen an Alexander Winkler, SWR Aktuelle Wirtschaft

Welchen Sinn macht der Weltspartag heute noch? Ist das nicht ein Werbegag der Banken?

Ja, das ist er eigentlich auch heute noch. Für Kinder ist es aber immer noch ein großer Spaß, wenn sie ihr Erspartes zur Bank tragen und das Geld durch die Zählmaschine rasselt. Und als kleines Dankeschön gibt es eine neue Spardose, einen Luftballon oder ein Kuscheltier.

Am Spar-Gedanken ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Kritik ernten Banken und Sparkassen aber zum Teil für die Sparprodukte, die sie den Familien und Kindern dann empfehlen. Denn gerade das klassische Sparbuch hat in Zeiten niedriger Zinsen eigentlich ausgedient.

Deswegen: Wenn schon Weltspartag, dann sollten sich Eltern, Großeltern oder Paten tatsächlich die Zeit nehmen, sich gut beraten zu lassen, welche sinnvolleren Möglichkeiten es für Konten oder zum Sparen gibt. Und am besten auch die Angebote von mehreren Banken oder Sparkassen vergleichen.

Was mache ich, wenn ich Geld sparen möchte - etwa für Enkel, Kinder, Patenkinder?

Ein kleines Mädchen in einer Daunenjacke spielt mit Eimer und Schaufel auf einem Spieltplatz. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Eltern, Omas, Opas oder Paten wollen Kinder finanziell absichern. Foto: Colourbox.de -

Das kommt ein bisschen darauf an, wofür gespart werden soll. Wenn es langfristig darum geht, das Studium, die Ausbildung oder den Führerschein zu finanzieren, dann kommt man fast um Aktien oder Fonds nicht herum. Da lohnen sich derzeit am ehesten sogenannte Indexfonds, auch ETFs genannt. Die punkten vor allem, weil sie meistens vergleichsweise niedrige Gebühren haben. Die letzten Wochen ist es zwar an der Börse nicht so rund gelaufen. Aber das Gute bei diesen langfristigen Anlagen ist, dass sich Negativ-Phasen normalerweise irgendwann wieder ausgleichen.

Wenn es eher um ein Taschengeldkonto geht, dann sind Fonds hingegen gerade wegen dieser Schwankungen keine Option. Da lohnt sich dann eher ein Kinder-Girokonto. Viele Banken locken mit speziellen Angebote für Kinder- und Jugendkontos - und mit deutlich mehr Zinsen. Da sind zum Teil sogar zwei bis drei Prozent Zinsen drin für Kinder - also deutlich mehr als für die Erwachsenen. Zumindest bis zu einem gewissen Maximalbetrag, der ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Aber bis zu 50 Euro Zinsertrag pro Jahr sind durchaus möglich.

Außerdem sollte man darauf achten: Diese Konten dürfen auch keine Kontoführungsgebühren haben. Manchmal gibt es noch Prämien für gute Noten oder sportliche Erfolge. Hier sollte man sich also als Eltern, Großeltern oder Pate gut informieren, da kann man echt was rausholen.

Wie ist das mit dem Sparen? Ist das immer noch auch etwas für Erwachsene?

Sparen macht immer Sinn. Sei es für den Notgroschen, die Altersvorsorge oder einfach den nächsten Urlaub, den man bezahlen will. Es kommt nur drauf an, dass man es richtig macht. Das ist, wie gesagt, derzeit mit den niedrigen Zinsen gar nicht so einfach. Wer langfristig Geld anlegen will, sollte sich deshalb über Aktien, Fonds oder Indexfonds informieren.

Wenn wir kurzfristig an unser Geld kommen wollen, sind Fonds allerdings keine Option. Stattdessen sollten wir kleinere Rücklagen am besten auf ein Tagesgeldkonto legen.

Wer genügend Selbstdisziplin hat, es nicht auszugeben, kann auch mit dem Girokonto hinkommen. Wichtig dabei ist: Dieses Konto sollte keine Kontoführungsgebühr haben. Denn das Fiese ist: Es gibt kaum Zinsen - wenn wir dann noch teils mehr als 40 Euro im Jahr für das Konto an Gebühren bezahlen müssen, rechnet sich das mit dem Sparen nicht mehr.

Online: Heidi Keller

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