Sommerhitze und Winterkälte schaden Akkus und Batterien Zu viel Hitze mögen Akkus gar nicht

Bei Sommer-Hitze schmelzen wir dahin - und auch unsere heißgeliebte Technik. Denn Batterien und Akkus macht nicht nur Kälte zu schaffen, sondern auch zu viel Hitze.

Altbatterien liegen in einem Container auf einem Recyclinghof. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Auch bei zu viel Hitze können Batterien und Akkus schlapp machen. picture-alliance / dpa -

Fragen an den Andreas Reinhardt, SWR Aktuelle Wirtschaft.

Ab wann wird Hitze zum Problem für Batterien und Akkus?

Das kommt ein wenig auf den Typ vom Akku an. Eine Autobatterie ist robuster und weniger temperaturempfindlich, schließlich stehen die allermeisten Autos draußen auf der Straße, und zwar bei hohen wie bei tiefen Temperaturen. Handy-Akkus sind dagegen temperatursensibler.

Aber es gibt keine genaue Gradzahl, bei der die Probleme anfangen. Die Akkus sind jedenfalls für normale Temperaturen ausgelegt, funktionieren also am Besten zwischen 5 Grad und 25 Grad. Darunter kann es Probleme geben, also bei Frost. Darüber, also bei hochsommerlichen Temperaturen wie aktuell, sind ebenfalls Probleme möglich. Denn es gilt: Je mehr man sich aus dem "Wohlfühl-Temperaturfenster" von 5 bis 25 Grad Plus hinausbewegt, desto größer können die Akku- und Batterie-Probleme werden.

Was kann wegen zu viel Hitze passieren?

Elektrofahrzeuge vom Typ BMW i3 werden aufgeladen. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Autobatterien - zumal Akkus von E-Autos - müssen deutlich mehr Hitze aushalten. picture-alliance / dpa -

Handy-Akkus sind zumeist Lithium-Ionen-Akkus. Bei denen kann durch übermäßige Hitze das Innenleben zerstört werden. Die zähe Flüssigkeit im Inneren der Batterien dampft bei zu viel Hitze heraus. Der Akku verliert dadurch deutlich an Kapazität und hält meist nicht mehr lange durch. Denn der Akku wird schon durchs Aufladen sehr warm. Dieser Effekt wird bei zu hohen Temperaturen noch verstärkt.

Dass ein Akku dann anfängt zu brennen oder gar explodiert, ist sehr selten. Aber so etwas kann passieren, wenn es im Inneren der Batteriezelle oder des Akkus zu einem Kurzschluss kommt. Die Gefahr dafür steigt, wenn der Akku zum Beispiel verbogen wird, wenn man ihn mit dem Hammer bearbeitet oder einen Nagel durchschlägt. Das sollte man also nicht machen! Denn sonst sind Akkus sehr sicher.

Gibt es auch Batterien, die selbst sehr hohe Temperaturen abkönnen?

Solche Batterien gibt es tatsächlich, aber sie sind eher im industriellen oder militärischen Einsatz. Diese Spezial-Batterien können dann auch Temperaturen bis 145 Grad ertragen. In Handys und anderen tragbaren Geräten sind solche Akkus nicht verbaut. Denn sie sind viel zu teuer und vermutlich, wegen teils aufwändiger Kühlung, auch zu groß für die Hosentasche.

Wie kann ich mein Handy gegen zu große Hitze schützen?

Ein Samsung Galaxy Note 7 wird am 02.09.2016 auf der Internationalen Funk-Ausstellung IFA 2016 bedient. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Smartphone-Akkus reagieren sensibel auf zu viel Hitze - wie auf zu viel Kälte. picture-alliance / dpa -

Am besten bewahre ich mein Handy in der Hosentasche, Handtasche oder im Rucksack auf. Da passiert in der Regel nichts, denn meist wird es nicht so heiß darin. Die Tasche sollte man allerdings im Sommer nicht im Auto direkt in der Sonne liegenlassen. Auch ein Platz direkt auf der Fensterbank ist oft ungünstig, weil am Ende zu heiß. Dann gibt es einen Wärmestau und dem Gerät wird es zu warm. Manche schalten sich dann einfach aus.

Auf keinen Fall sollte man Geräte oder Akkus jedenfalls im Auto direkt auf dem Armaturenbrett oder der Ablage liegen lassen. Da ist es am wärmsten und davon könnten dann auch die Geräte und nicht bloß die Akkus Schaden nehmen und kaputt gehen.

Online: Lutz Heyser

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