Sommer, Sonne, Bier Brauer hoffen auf erfolgreiche WM

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Sommerfeeling im Mai: Der Monat war ungewöhnlich warm und sonnig – dazu die vielen Feiertage. Das hat auch vielen Brauereien in Rheinland-Pfalz einen Traumabsatz verschafft. Daran soll jetzt die WM anknüpfen.

Symbolbild: Bier an einem warmen Sommertag. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Sommer, Sonne, Bier: Der warme Mai mit seinen vielen Feiertagen hat deutschen Bierbrauern viel Umsatz und viel Arbeit beschert. picture-alliance / dpa -

Ein kühles Bier gehört für viele zum Grillen dazu. Und Gelegenheit zum Grillen gab es in den vergangenen Wochen genug, entsprechend reichlich floss auch der Gerstensaft. Genaue Zahlen will die größte Brauerei in Rheinland-Pfalz nicht nennen, aber Bitburger ist mit den vergangenen Wochen mehr als zufrieden, sagt Pressesprecherin Angelika Thielen:

Der Mai hat uns sehr geholfen, gerade den schwachen Start in den ersten drei Monaten, der wetterbedingt wirklich alles andere als toll war, mehr als zu kompensieren. Insofern muss man sagen, haben uns April und Mai ganz besonders geholfen.

Konkreter wird Sven Bischoff, der Geschäftsführer der Brauerei Bischoff aus Winnweiler. Seine Brauerei habe im Mai mehr als 15.000 Hektoliter Bier verkauft, ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Und die Nachfrage halte an:

Wir kommen nicht mehr nach mit der Produktion. Wir haben Fronleichnam durchproduziert. Wir werden das nächste Wochenende durchbrauen, dass wir zumindest genug Bier da haben. Die Lager sind leer. Besser hätte es nicht laufen können.

Viele Feiertage: Mehr Konsum, weniger Produktion

Die Produktion laufe derzeit fast sieben Tage die Woche, erzählt Sven Bischoff, zeitweise könne die Brauerei das Bier nicht mehr abfüllen, weil die Flaschen knapp werden:

Bierflaschen in einer Abfüllanlage (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Stau auf der Produktionsstraße: Einige Bierbrauer legen Sonderschichten ein, anderen geht fast das Leergut aus. picture-alliance / dpa -

Wir haben aktuell wieder eine Abfüllung verschieben müssen, weil kein Leergut da ist. Wir werden jetzt noch Flaschen zukaufen, dass wir der Nachfrage gerecht werden können.

Engpässe in der Produktion kennt auch Jens Geimer, der Geschäftsführer der Hachenburger Brauerei. Auch hier ist der Absatz im Mai wegen des guten Wetters und der vielen Feiertage deutlich gestiegen. Und auch hier wurde es in der Produktion zeitweise eng:

In so einer Feiertagswoche wird einmal mehr Bier getrunken, weil der Feiertag ist. Zum anderen haben wir aber auch weniger Tage zur Verfügung, um das Bier auszuliefern oder auch in Flaschen abzufüllen oder einzubrauen. Von daher sind das für die Mitarbeiter harte Tage.

Hoffen auf die Fußball-Weltmeisterschaft

Und den Brauereien stehen noch weitere harte Tage und Wochen bevor: Mitte des Monats beginnt die Fußball-WM. Die Brauereien drücken der deutschen Mannschaft jetzt schon die Daumen. Denn von ihr hängt ab, wie viel Bier verkauft wird, sagt Jens Geimer:

Ein Fußballfan mit Bier beim Public-Viewing der Deutschen Nationalmannschaft. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Die Bierbrauer hoffen auf eine starke WM der deutschen Nationalmannschaft. Mehr Spiele, mehr Umsatz. picture-alliance / dpa -

Wir gehen davon aus, dass die deutsche Mannschaft auch weiter kommt. Und das merkt man schon: Je mehr Spiele gemeinsam auch beim Public Viewing angeguckt werden, desto mehr Bier wird auch in Geselligkeit, in Gemeinsamkeit konsumiert.

Die Brauer setzen deswegen große Hoffnungen in die WM. Insgesamt ist die Entwicklung aber eher negativ. Der Bierkonsum in Deutschland sinkt seit Jahren: In den 90er-Jahren tranken die Deutschen noch um die 110 Millionen Hektoliter Bier pro Jahr, heute sind es nur noch 90 Millionen Hektoliter. Tendenz weiter fallend. Hauptgrund dafür ist die demografische Entwicklung – und dieses Problem wird auch der Fußball nicht lösen können.

Umso mehr hoffen die Bierbrauer vorerst darauf, dass Deutschland den Weltmeister-Titel verteidigen kann. Und damit dürften sie nicht alleine sein.

In diesem Sinne: Prost!

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