Solaranlage und Hitze Pralle Sonne bringt nicht mehr Solarstrom

Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, kann sich freuen, denkt man - wo doch den ganzen Tag die Sonne scheint. Das täuscht: Es gibt mehrere Faktoren, die im Sommer die Panels bremsen.

Momentan stammt mehr als ein Drittel des Stroms im Netz um die Mittagszeit aus Solarstrom. Damit passt das Angebot zur Nachfrage: Die ist am größten, wenn die Sonne am höchsten steht. Und da ist sie derzeit ungestört - es gibt keine Wolken am Himmel, und das in ganz Deutschland.

Trugschluss: Viel Sonne ist nicht gleich viel Strom

Aber ein Blick in die Statistik zeigt: Das ist schon seit Mitte April der Fall. Tatsächlich liefern die Solaranlagen zuverlässig Strom, sobald es hell am Himmel ist. Die Produktion sinkt nie unter die Hälfte ab - selbst bei Dauerregen. Von Mai bis August liegt die Sonne vorne bei den Erneuerbaren Energien.

Rekorde eher an kühleren Tagen

Sonne ist gut, aber Hitze schlecht. Wenn die Solarzellen heiß werden, sinkt ihre Spannung. Und die schwarzen Paneele werden derzeit richtig heiß. Auf die aktuelle Lufttemperatur können 30 Grad dazu gerechnet werden.

Große Hitze führt dazu, dass die Stromausbeute um einige Prozentpunkte sinkt. Gut, dass es zumindest trocken ist, denn feuchte Hitze ist nicht nur für Menschen schwer zu ertragen, die Luftfeuchtigkeit senkt die Ausbeute bei der Solarstromerzeugung erneut.

Hitze hat auch Effekte auf den Wind

Indirekt hat die große Hitze derzeit noch einen weiteren Energie-Effekt: Sie lässt den Wind einschlafen. Grund ist, dass es kaum Luftdruckunterschiede über Zentraleuropa gibt.

Ob und wie viel Wind weht, führt zu großen Unterschieden in der Stromerzeugung: Wenn der Wind stark weht, produzieren die Windmühlen an Land und auf See in etwa 30 Mal so viel Strom wie in Zeiten mit Windstille.

Autor: Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung / Online: Jutta Kaiser, Tobias Frey

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