Schadstoffausstoß im Vergleich Ausländische Diesel sind noch dreckiger

Die deutschen Autobauer stehen wegen des Diesel-Skandals im Fokus. Jetzt stellt eine Studie der Universität Duisburg-Essen fest: Ausländische Hersteller sind noch viel schlimmer.

Ein Dieselmotor der Euro 6 Norm soll sauberer sein als ältere Modelle. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Alles eine Frage der Perspektive: Deutsche Dieselmotoren sind deutlich sauberer als ausländische picture-alliance / dpa -

Fragen an Eva Laun, SWR Wirtschaft und Soziales

Wie schneiden die einzelnen Auto-Hersteller in der neuen Studie ab?

Unter allen getesteten Euro 6-Dieseln schneiden die deutschen Hersteller Audi, BMW und VW am besten ab. Der sauberste Diesel überhaupt ist eine E-Klasse von Mercedes. Und ausgerechnet die Marke mit dem größten Skandal, Volkswagen, ist vorne. VW-Autos stoßen im Schnitt am wenigsten NOx aus.

Ausländische Hersteller übersteigen deutsche Schadstoffwerte um ein Vielfaches (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Ausländische Hersteller übersteigen deutsche Schadstoffwerte um ein Vielfaches picture-alliance / dpa -

Die Importmarken schneiden in der Studie insgesamt schlechter ab. Schlusslichter sind mit Abstand Fiat Chrysler und vor allem Renault/Dacia. Der Ausstoß von Renault/Dacia ist fast fünf Mal so hoch wie bei VW.

Wie sind die Forscher des CAR-Instituts in Ihrer Studie auf diese Ergebnisse gekommen?

Für den Vergleich hat das CAR-Institut verschiedene Abgasuntersuchungen aus vergangenen Monaten zusammengeführt. Alle waren Abgastests auf der Straße nach neuesten Standards. Sie stammen von der Zeitschrift Auto, Motor und Sport, von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) und dem ADAC.

Die deutschen Hersteller haben den größten Marktanteil in Deutschland. Wie stark fallen die ausländischen Hersteller auf dem deutschen Markt ins Gewicht?

Nicht so stark wie deutsche Marken, das stimmt. Aber fast 40 Prozent unserer Autos kommen aus dem Ausland. Davon fährt auch jedes dritte mit Diesel. Das heißt: Wir reden von über zwölf Millionen Diesel-Pkw. Und die, so die Studie des CAR-Instituts, sind auch noch die dreckigsten von allen.

Wie sind die ausländischen Hersteller in den Prozess bei uns eingebunden, die Schadstoffbelastung in Städten zu reduzieren?

Ab wann die deutschen Autohersteller ein Software-Update anbieten können, ist unklar. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Ausländische Autobauer sind an deutschen Prozessen zur Verringerung der Schadstoffe nicht beteiligt picture-alliance / dpa -

Gar nicht. Das ist in meinen Augen unsäglich. Bis heute haben ausländische Hersteller, vertreten durch den Verband der Importeure, überhaupt keine Zusage gemacht, was Software-Updates oder sonstige Nachrüstungen angeht. Das einzige, was sie freiwillig anbieten, sind Tauschprämien für ältere Dieselautos, wenn Kunden Neuwagen kaufen.

Aber das ist meiner Meinung nach eine reine Marketing-Aktion und wird kaum für sauberere Luft sorgen. Das krankt an zwei Problemen: Der Verband der Importeure hat wenig Einfluss auf Konzerne im Ausland. Das ist anders als beim Verband der Automobilindustrie (VDA) hier in Deutschland. Außerdem sind bislang alle Aktionen, die die Politik mit deutschen Auto-Herstellern vereinbart hat, auf freiwilliger Basis. Deshalb bleiben die Importeure bis jetzt unter dem Radar.

Online: Heidi Keller

STAND