Safer Internet Day Schutz vor Schadprogrammen gibts auch gratis

Im Internet lauern Computer-Viren und -Trojaner, mit denen Hacker versuchen, an persönliche Daten zu kommen. Was schützt am besten gegen Missbrauch und Datenklau?

Internetgefahren (Foto: © SWR -)
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Fragen an Andreas Reinhardt, SWR Aktuelle Wirtschaft

Wie wichtig ist auf dem PC ein gutes Schutzprogramm gegen Schädlinge aus dem Internet?

Computer-Viren lauern im Netz und spionieren im Verborgenen (Foto: © SWR -)
Computer-Viren lauern im Netz und spionieren im Verborgenen © SWR -

Das ist sehr wichtig. Aber, es muss kein Kaufprodukt sein. Die käuflichen Pakete, die gleich aus mehreren Sicherheitsprogrammen bestehen, sind nicht deutlich sicherer, als die kostenlosen Varianten. Wer die neuesten Versionen von Windows 10 einsetzt, muss gar kein extra Anti-Viren-Programm haben. Der eingebaute Windows-Defender ist inzwischen deutlich besser geworden und hat in jüngsten Tests zum Teil besser abgeschnitten als Kaufsoftware.

Im schlimmsten Fall bremsen die gekauften Programme den Rechner erst richtig aus und können sogar ein zusätzliches Risiko darstellen. Denn ein Anti-Virus-Programm kann auch Sicherheitslücken beinhalten. Wenn ein Angreifer die ausnutzt, ist er gleich tief im System drin. Dann lieber den eingebauten Windows Defender benutzen. Der aktiviert sich automatisch, wenn der andere Virenscanner deinstalliert wird.

Mein Smartphone ist ja auch ein kleiner Computer, brauche ich da einen Schutz vor Schadprogrammen?

Smartphone mit verschiedenen Apps (Foto: SWR, SWR -)
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Die meisten Nutzer haben ein Android-Smartphone. Wer seine Apps ausschließlich aus dem Google-Play-Store auf das Gerät herunterlädt, ist schon mal vor den größten Gefahren geschützt. Vor dem herunterladen hilft es auch, zu schauen, ob es tatsächlich die App ist, die ich möchte - oder vielleicht eine ähnliche, die aber gefälscht ist.

Das lässt sich an den Download-Zahlen erkennen, also daran, wie oft eine App heruntergeladen wurde. Ist sie millionenfach installiert, dürfte sie sicher sein. Google Play überprüft sowohl die Apps im Store als auch auf dem Smartphone. Die Gefahr, sich eine verseuchte App einzufangen, ist daher sehr gering. Eine Anti-Virus-App ist nicht notwendig.

Man hört immer, die Geräte von Apple seien besonders sicher vor Schadprogrammen. Stimmt das?

Ja, das stimmt. Die Apple-Rechner, wie zum Beispiel die Laptops, sind zum einen vom Betriebssystem her schon sicherer und zum anderen nicht sehr weit verbreitet. Es lohnt sich für Internet-Kriminelle also mehr, Windows-Rechner anzugreifen, weil es davon viel mehr gibt. Eine Schutzsoftware ist daher für Apple-Rechner gar nicht notwendig. Auch nicht für ein iPhone oder iPad.

Apple überprüft die Apps in seinem Store intensiv, bevor sie dort gelistet werden. Schad-Apps kommen daher so gut wie nie vor, eine "Infektion" ist daher sehr unwahrscheinlich. Natürlich gibt es auch bei Apple Apps, die den Nutzer ausspähen können. Die müsste aber der Nutzer bewusst installieren oder zumindest einer Installation zustimmen. Wer das nicht macht, ist auf der sicheren Seite.

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