Rüstungsindustrie in Baden-Württemberg 120 Firmen verdienen an Militär und Waffen

Sechs Mitarbeiter des Waffenherstellers Heckler & Koch müssen sich vor dem Landgericht Stuttgart wegen Waffenexporten nach Mexiko verantworten. Viele Firmen im Land wirtschaften mit Rüstungsgütern.

Heckler und Koch (Foto: SWR, SWR -)
Die militärische Aufrüstung ist ein weltweites Geschäft. SWR -

Frage an Alexander Winkler aus der SWR-Wirtschaftsredaktion

Wie ist denn die Rüstungsindustrie in Baden-Württemberg aufgestellt?

Ziemlich stark. Das sieht man schon am Personal: Schätzungsweise 20.000 bis 25.000 Menschen arbeiten in Baden-Württemberg in der Rüstungsindustrie - das ist etwa ein Viertel aller Rüstungsbeschäftigen in Deutschland.

Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg in 70 Orten 120 Firmen, die mit Rüstungsgütern Geld verdienen, schätzt der friedenspolitische Verein "Informationsstelle Militarisierung". Dazu gehören der Hersteller von Handfeuerwaffen Heckler & Koch in Oberndorf am Neckar oder das Munitionswerk des Panzerbauers Rheinmetall in Neuenburg in Südbaden.

Aber neben den reinen Rüstungsbetrieben gibt es auch viele Unternehmen, die ihren Schwerpunkt in der zivilen Produktion haben: Daimler zum Beispiel baut in Mannheim Motoren für militärische LKW. Auch der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat eine eigene Sparte für militärische IT.

AIM in Heilbronn und Ulm baut Infrarot- und Wärmebildmodule für Drohnen. Und König in Ilsfeld stellt Panzersitze her.

Insgesamt hat Deutschland in den letzten Jahren jeweils Rüstungsgüter im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro exportiert. Wie viel davon an Unternehmen in Baden-Württemberg fließt, das lässt sich nicht genau beziffern. Es dürfte aber durchaus ein erheblicher Anteil sein.

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