Riedlinger Brauch am Fastnachtsdienstag Froschkuttelsuppe zum Frühstück

Am Fastnachtsdienstag wird im Riedlinger Rathaus wieder eine besondere Spezialität kredenzt: Froschkuttelsuppe. Auch Ministerpräsident Kretschmann löffelt mit.

Kelle schöpft dubiose Suppe auf Teller (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Innereien vom Rind sind Hauptbestandteil der Froschkuttelsuppe aus Riedlingen. picture-alliance / dpa -

Gleich vorweg gesagt: Echte Frösche müssen sich vor den Riedlinger Narren nicht fürchten. Anders als es der Name vermuten lässt haben die Froschkutteln nämlich nichts mit Fröschen zu tun. Riedlingen (Kreis Biberach) ist aber stolz auf seine Störche - und die seltenen Vögel haben Frösche nun mal zum fressen gern.

In der Riedlinger Froschkuttelsuppe sind nicht nur Kutteln, sondern auch Herz, Leber und Nieren vom Rind. Das traditionelle Essen wird mit Essig abgeschmeckt und hat eine uralte Tradition: Seit 1829 findet es am Fasnachtsdienstag im Riedlinger Rathaus statt.

Zigarre, Wein und Kutteln

Alle Männer zahlen einen Obolus. dafür gibt es einen "Stumpen", also eine Zigarre, einen halben Liter Wein und besagte Kuttelsuppe als spätes Frühstück. Mit dieser Mischung im Magen wird die Festgesellschaft von den Riedlinger Frauen im Rathaus eingesperrt. Nur über eine Außenrutsche gelangen die Männer heraus.

Kuttel-Fan Kretschmann

Mit von der Partie ist auch in diesem Jahr wieder der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Er war früher Schüler in Riedlingen und pflegt seitdem die Freundschaft zur Riedlinger Narrenzunft.

Die Mischung Wein, Zigarren und saure Kuttelsuppe schreckt ihn nicht: Seit über 40 Jahren kommt Kretschmann an Fasnacht nach Riedlingen. Beim anschließenden Umzug erwartet die Stadt mehrere tausend Zuschauer.

Von Elke Klingenschmitt | Online: Sola Hülsewig

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