Problem-Diesel Software-Update VW-Autos droht Stilllegung

Täglich neue Diesel-Probleme: Das Kraftfahrtbundesamt hat einem VW-Amarok-Fahrer per Post angedroht, den Pickup stillzulegen, wenn er nicht schleunigst das Software-Update machen lässt.

Software-Update für einen Volkswagen Amarok mit 2,0-Liter-Dieselmotor (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Software-Update für einen Volkswagen Amarok mit 2,0-Liter-Dieselmotor picture-alliance / dpa -

Gespräch mit Eva Laun, SWR Wirtschaft und Soziales

Was bedeutet die Androhung des Kraftfahrtbundesamts (KBA) für die Autofahrer?

Ja, es ist tatsächlich so, dass der Amarok-Fahrer sein Auto stehen lassen muss. Die Forderung des Kraftfahrtbundesamts geht zurück auf einen Fachausschuss von Bund und Ländern. Dort wurde im März beschlossen, dass VW-Autos ohne Software-Update stillgelegt werden können. Denn bei der Hauptuntersuchung gilt es mittlerweile als "erheblicher Mangel", wenn man dieses Software-Update nicht machen lässt.

VW-Fahrer haben 18 Monate Zeit für die Umrüstung. Weil der Rückruf für den VW Amarok im Januar 2016 begonnen hat, kommen jetzt die ersten Drohungen hinsichtlich der Stilllegung. Die Frist für den Amarok läuft offiziell übermorgen ab.

Was heißt das für andere VW-Problem-Diesel? Droht auch Ihnen die Stilllegung?

Ab wann die deutschen Autohersteller ein Software-Update anbieten können, ist unklar. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Mit Software-Updates sollen die Emissionen reduziert werden - auch bei anderen VW-Modellen picture-alliance / dpa -

Ihnen droht das genau so. Konkret: Die große Masse an Audi A4, A5, A6, Q5 und VW Golf bekommen spätestens im Dezember diese Androhung. Im Januar folgen dann noch die VW-Passat-Kunden. Um das zu kontrollieren, muss VW die Identifikationsnummern der betroffenen Autos an die Behörden übermitteln.

Wie viele das noch betrifft, kann man nicht exakt sagen. Laut VW waren im Juni schon Dreiviertel der Betroffenen in der Werkstatt. Insgesamt müssen in Deutschland 2,6 Millionen Volkswagen umgerüstet werden.

Es waren also noch nicht alle betroffenen VW-Autos in der Werkstatt? Muss man jetzt schnell einen Termin vereinbaren?

So einfach ist das nicht. Denn es gibt zwei Probleme:

  1. Was passiert nach der Umrüstung, falls das Auto Probleme macht? Das weiß man eben nicht. VW traut offenbar seinen eigenen Updates nicht und gibt keine verbindliche Garantie.
  2. Viele VW-Fahrer, die bereits umgerüstet haben, klagen über Probleme. Da kann ich auch aus eigener Erfahrung berichten. Mein Auto verbraucht seitdem etwas mehr. Das allein wäre nicht so schlimm. Vor allem aber stelle ich fest: Es fährt wie ein zahnloser Tiger. Ein klassischer Beschleunigungsvorgang auf der Landstraße dauert jetzt doppelt so lang. Also: Das Auto zieht nicht mehr richtig.

Das Problem ist, dass der Kunde sich in der Zwickmühle befindet: Wenn ich das Software-Update machen lasse, kriege ich Probleme mit dem Auto - wenn ich es lasse, habe ich Probleme mit dem KBA. Plötzlich ist der Kunde der Dumme, wenn er kein Update macht. Dabei ist er ja das eigentliche Opfer in diesem Diesel-Skandal. Ein Patentrezept habe ich da leider auch nicht.

Online: Heidi Keller

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