Private Altersvorsorge Aktien, Immobilien, Lebensversicherung?

Die Möglichkeiten, privat für das Alter vorzusorgen, sind vielfältig. Aber welche Form lohnt sich auf lange Sicht wirklich?

Beispiel 1: Lebensversicherungen

Wer noch einen älteren Vertrag aus der Zeit höherer Zinsen hat, ist meistens gut dran. Denn zumindest auf den Sparanteil gibt es eine Rendite, die heutigen Neuverträgen fehlt. Ob die Auszahlung am Ende zufrieden macht, hängt auch ab von Faktoren wie den Verwaltungskosten der Versicherung und der Laufzeit.

Wichtig sei vor allem, dass der Sparer konstant Raten eingezahlt und die Lebensversicherung nicht vorzeitig gekündigt hat, erklärt Sara Zinnecker, Expertin für Altersvorsorge beim gemeinnützigen Verbraucherratgeber Finanztip. "Wenn man so ein Produkt frühzeitig kündigt, muss man eigentlich immer damit rechnen, dass man Geld verliert", so Zinnecker.

Teure Verträge lohnen sich oft nicht

Entscheidend seien auch die Kosten: "Es gibt sehr viele sehr teure Verträge, die in der Vergangenheit vertrieben worden sind. Mit so einem Vertrag ist man in der Regel nicht so gut bedient."

Haupt-Nachteil von Lebensversicherungen ist die oft unklare Berechnung der späteren Auszahlung. Wer nur das Sterberisiko absichern will, sollte über eine Risiko-Lebensversicherung nachdenken.

Beispiel 2: Aktien

Hier kommt es auf den Ein- und Ausstiegszeitpunkt an. Fonds-Sparpläne können helfen, Schwankungen am Aktienmarkt auszugleichen. Wenn der Sparer nur in eine einzige Aktie investiert hat, seien unter Umstände große Verluste möglich, sagt Sara Zinnecker. Ein Fond, in dem Aktien von Firmen auf der ganzen Welt integriert sind, könne dieses Risiko abfedern. "Auch hier ist wieder entscheidend: Wie teuer ist der Fonds - wie viel muss der Sparer von vornherein an die Fondsgesellschaft abdrücken?", so Zinnecker.

Wenn ein Aktienfonds jedes Jahr zwei Prozent Gebühren verlangt, geht dieses Geld schon mal weg von der Rendite. Anleger sollten also auf niedrige Gebühren achten. Faustregel bei Aktienfonds: Je länger der Anlagezeitraum, desto größer die Chance, dass Verluste sich ausgleichen. Finanztip hat festgestellt, dass rückblickend bei Investitionen in kostengünstige, weltweite Aktienfonds bei einer Laufzeit von 15 Jahren oder länger keine Verluste gemacht wurden.

Beispiel 3: Immobilien

Die Wertsteigerung der letzten Jahre übersteigt bei Immobilien zwar die langfristige Entwicklung, aber Anleger müssen darauf achten, dass Größe, Lage und Verschuldung auch zum eigenen Geldbeutel passen.

Sara Zinnecker von Finanztip: "Bei der Immobilie haben wir das Problem: Wo steht sie? Ist sie im Wert gestiegen und würde der Sparer vielleicht selbst in der Immobilie wohnen oder sie vermieten?" Das seien alles Fragen, die es schwer machen, die Frage nach der besten Altersvorsorge generell zu beantworten. "Aber man kann natürlich schon sagen: Jeder Sparer sollte auf die individuelle Lebenssituation achten und dann immer eine kostengünstige Variante wählen."

Fazit: Wer seine Bedürfnisse und Möglichkeiten kennt, legt besser an. Und: Der Blick ins Kleingedruckte ist leider unerlässlich.

Von Alfred Schmit, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Sola Hülsewig

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