Preiserhöhungen bei Energieversorgern Anbieter wechseln und beim Strompreis sparen

Ab Januar erhöhen etliche Energieversorger im Südwesten ihre Preise. Kunden haben deshalb das Recht, den Stromanbieter zu wechseln. Das kann sich finanziell lohnen.

Im kommenden Jahr wird Strom mindestens 4 Prozent teurer (Foto: © dpa, picture alliance -)
Im kommenden Jahr wird Strom im Durchschnitt um vier bis sechs Prozent teurer. © dpa, picture alliance -

Viele Strom- und Gaskunden haben jetzt Post bekommen. Der Grund: Ab Januar erhöhen etliche Anbieter ihre Preise. Das müssen sie sechs Wochen vor der Änderung den Kunden schriftlich mitteilen. Bei einer Preiserhöhung gibt es ein Sonder-Kündigungsrecht. Und das kann sich finanziell für Stromkunden lohnen.

Fragen an Petra Thiele, SWR Aktuelle Wirtschaft

Ist die Erhöhung der Strom- und Gaspreise derzeit gerechtfertigt?

Ja, grundsätzlich ist eine Preiserhöhung nachvollziehbar. An der Strom-Börse in Leipzig sind die Preise in diesem Jahr um fast ein Drittel gestiegen. Das hängt mit den Kohlendioxid-Zertifikaten zusammen. Kohle- und Gaskraftwerks-Betreiber müssen deutlich mehr für ihre Abgase zahlen.

Dazu kommt noch, dass die Miete für Strom-Kabelnetze oft auch angestiegen ist - das sind diese sogenannten Netz-Entgelte, die sind regional ganz unterschiedlich hoch. Allerdings: Nicht alle Stromversorger haben dadurch gleich große Probleme. Es kommt bei der Preisgestaltung vor allem darauf an, wo die Stromversorger was einkaufen, was selbst produzieren und wie sie ihre Produkte vertreiben. Das ist oft nicht besonders transparent. Deshalb bleibt es schon fraglich, ob eine Erhöhung momentan von teilweise bis zu acht Prozent nicht doch zu hoch ist. Das kann man schwer überprüfen.

Wieviel muss der Kunde für Energie mehr zahlen?

Ein Mann hält ein Klemmbrett und einen Stift in der Hand, als wolle er etwas notieren und schaut dabei auf einen Stromzähler. (Foto: Getty Images, Getty Images, Getty Images/iStockphoto)
Wenn der Stromanbieter aufschlägt, dürfen Kunden kündigen. Getty Images/iStockphoto

Wer bei der EnBW ist, zahlt im nächsten Jahr rund 40 Euro mehr für 3.000 Kilowatt Stunden. Das ist ungefähr der Verbrauch eines Zwei- bis Drei-Personen-Haushalt. Kunden vom Mannheimer Energie-Unternehmen MVV müssen mit 58 Euro mehr im Jahr rechnen, ebenfalls bei einem Verbrauch von 3.000 Kilowatt-Stunden.

Entega bietet Strom in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen an und wird 5,8 Prozent teurer. In Rheinland-Pfalz schlagen die Stadtwerke Zweibrücken ab Januar 4,6 Prozent auf. Die Stadtwerke Pirmasens Versorgungs-GmbH und die Elektrizitätswerk Hammermühle Versorgungsgesellschaft mbH verlangen 4,3 Prozent mehr.

Auch viele andere Energie-Unternehmen planen, ihre Preise zu erhöhen. Da können in den nächsten Tagen noch Briefe oder Mails kommen - oder Anfang Januar. Im Schnitt werden wohl fast alle den Strompreis um 4 bis 6 Prozent anheben. Es gibt aber auch Anbieter, die noch mehr aufschlagen wollen.

Worauf sollte man beim Wechsel des Stromanbieters achten?

Ich sollte auf keinen Fall die super-günstigen Anbieter nehmen. Also Finger weg von den ersten drei, die mir in einem Vergleichsportal im Internet angezeigt werden, weil die meist eine Wechselprämie anbieten oder Bonuszahlungen. Nach einigen Monaten kommt dann aber das böse Erwachen mit saftigen Preiserhöhungen.

Wichtig ist es, bei einem Strompreis-Vergleich die Voreinstellungen zu überprüfen. Dabei alle Häkchen bei Prämien, Boni oder Vorkasse rausnehmen und in aller Ruhe die Vertragsbedingungen lesen. Wer sich unsicher ist, ob der Anbieter seriös ist: Die Verbraucherzentralen haben Listen mit grauen und schwarzen Schafen. Das macht selbstverständlich Arbeit. Aber bei einem cleveren Stromanbieter-Wechsel spart man 200 bis 280 Euro im Jahr.

Online: Jochen Braitinger

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