Positive Tests bei alkoholfreiem Bier So kommt das Glyphosat ins Bier

Schock - ausgerechnet jetzt im Sommer, wo wir gerne zum kühlen Bierchen greifen. Stiftung Warentest hat 20 alkoholfreie Biersorten getestet - und nur bei zwei Marken war kein Glyphosat drin.

Fragen an Petra Haubner, SWR Umwelt und Ernährung

Müssen wir in Panik geraten wegen des Glyphosats im Bier, oder wie gefährlich ist das?

Also erstmal können wir alle tief durchatmen, und bitte nicht gleich alle Flaschen Alkoholfreies aus dem Keller entsorgen. Selbstverständlich ist das nicht schön, wenn Reste von einem Unkrautvernichtungsmittel im Bier gefunden werden, aber die Mengen in den getesteten Sorten waren wohl so gering, dass nur von "Spuren von Glyphosat" die Rede war - also keine gesundheitsbedenklichen Mengen. Wenn wir mal ehrlich sind: Gesundheitlich bedenklicher als Mikromengen von Glyphosat ist vermutlich der Alkohol im Bier, und der ist ja raus beim Alkoholfreien.

Aber - ein Aber gibt es ja doch immer: Das Glyphosat steckt nicht nur im alkoholfreien Bierchen, sondern auch in anderen Lebensmitteln und Säften. Hier eine Mikromenge im Saft, da eine Mikromenge im Brot, dazu dann noch das Alkoholfreie - das könnte sich schon irgendwann summieren.

Es gab doch schon früher die Schlagzeile "Glyphosat im Bier"? Das ist jetzt nicht das erste Mal, oder?

Exakt! Das war vor zwei Jahren. Damals waren es die normalen Biersorten - getestet vom Umweltinstitut München - aber mit zum Teil recht großen Mengen Glyphosat. Dann gab es einen großen Aufschrei, und die Brauereien wurden offenbar wieder fleißiger bei der Schadstoffkontrolle. Letztes Jahr gab es einen Folgetest, da waren die Glyphosatwerte im Bier wieder deutlich besser.

Vermutlich kommt das Glyphosat über die Braugerste ins Bier und wenn die Brauereien beim Einkauf entsprechend auf Schadstofffreiheit achten, sieht es beim fertigen Bier anschließend auch besser aus. Aber ich gehe jede Wette ein, dass es diese Schlagzeile "Glyphosat gefunden" inklusive Aufschrei noch viel öfter gäbe, wenn der Reihe nach verschiedene Lebensmittel getestet würden.

Wir spritzen dieses Pestizid ja ziemlich bedenkenlos und in Mengen auf die Felder. Da wäre es ziemlich bescheuert, zu glauben, dass das nicht irgendwann auch wieder auf unseren Tellern und in unseren Gläsern landet.

Online: Heidi Keller

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