Plastikgipfel in Berlin So vermeiden Sie unnötigen Plastikmüll

Der Plastikverbrauch in Deutschland soll nach dem Willen des Bundesumweltministeriums weiter zurückgehen. Wir verraten Ihnen, wie Sie im Alltag auf Plastik verzichten können.

Plastikberge: Teilweise dauert es einige hundert Jahre, bis Plastik vollständig zerfällt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa -)
An vielen Orten haben sich mittlerweile Plastikberge bildet. Bis Plastik vollständig zerfällt, dauert es teilweise einige hundert Jahre. picture alliance/dpa -

Plastik kann zum Beispiel überall dort ersetzt werden, wo es Mehrwegverpackungen gibt. Der Klassiker ist die Einkaufstüte: Statt einer Plastiktüte kann für die Einkäufe eine Stofftasche eingesetzt werden. Auch das Obst- und Gemüsenetz wird aktuell wieder häufiger genutzt und ersetzt die kleinen, dünnen Plastiktüten. Beim Kauf von Wurst können mittlerweile in vielen Supermärkten eigene Behälter mitgebracht werden, um Verpackungsmaterial zu sparen.

Bei Getränken oder Joghurt empfiehlt es sich, Glas zu nutzen - Verbraucher sollten auf Getränkedosen oder Joghurt im klassischen Plastikbecher verzichten. Auch bei Wassersprudlern mit Glasflaschen lässt sich viel Plastik sparen, dazu sind sie günstiger als Wasser in Plastikflaschen.

Bio-Besteck und Bio-Müllbeutel sind keine gute Alternative

Plastikmüll am Bonner Rheinufer (Foto: dpa/ picture- alliance.de - H. Lohmeyer)
In Deutschland fallen jedes Jahr pro Einwohner durchschnittlich 37,4 Kilogramm Plastikmüll an. dpa/ picture- alliance.de - H. Lohmeyer

Von Einwegbesteck oder Einweggeschirr sollten wir die Finger lassen, genauso wie von Bio-Besteck und Bio-Geschirr. Denn auch die müssen aufwendig hergestellt werden.

Ähnlich sieht es bei den Bio-Müllbeuteln aus: Die Beutel sorgen bei den Kompostieranlagen für Probleme, weil sie sich in der Regel nicht schnell genug abbauen. Nützlicher ist das gute, alte Zeitungspapier. In der Küche lässt sich das Plastik-Küchenbrett durch Alternativen aus Metall, Holz, Porzellan oder Glas ersetzen.

Im Bad können wir zum Beispiel auf Ohrenstäbchen aus Plastik verzichten, denn die gibt es auch aus Pappe. Auch in Kosmetikartikeln sind häufig Mikroplastikteilchen, hier sind zertifizierte Naturkosmetikprodukte eine Alternative. Beim Seifen- und Waschmittelkauf sollte der Blick weg von Flüssigseife und Flüssigwaschmitteln gehen. Empfehlenswerter sind Waschpulverkonzentrat und Seife, die in einem Karton eingepackt sind.

Plastik schadet Menschen, Tieren und der Natur

Die Auswirkungen von Plastikmüll sind erheblich. Bis Plastiktüten vollständig zerfallen, dauert es teilweise mehrere hundert Jahre. Deshalb leiden auch die Tiere darunter: Vögel verschlucken unverdauliche Plastikteile oder füttern ihre Jungen damit. Meeresschildkröten halten die Tüten für Quallen und fressen sie. Zwischen Kalifornien und Hawaii hat sich mittlerweile eine schwimmende Müllhalde gebildet - es ist eine drei Millionen Tonnen schwere Plastikinsel im Pazifik, die so groß ist wie ganz Mitteleuropa.

Von Martin Thiel, SWR Umweltredaktion | Online: Tobias Frey

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