Plastik-Mülltüten für Bio-Abfall Biomüll-Beutel nur bedingt kompostierbar

Die praktischen Plastik-Mülltüten - kompostierbar und vermeintlich für Biomüll geeignet - erweisen sich für viele Entsorgungsbetriebe als Problem. Es gibt aber Alternativen.

Auch wenn "kompostierbar" draufsteht, kommen nur wenige Kompostieranlagen damit klar. (Foto: SWR, SWR -)
Auch wenn "kompostierbar" draufsteht, kommen nur wenige Kompostieranlagen mit Plastiktüten klar. SWR -

Vor sich hin gammelnde Kartoffelschalen, müffelnde Speisereste - Biomüll ist nicht immer besonders appetitlich. Wie gut, dass es diese praktischen Beutel im Supermarkt oder in der Drogerie zu kaufen gibt, in die man seinen Biomüll werfen kann, und die gleich mit in die Tonne gesteckt werden können - schließlich sind sie kompostierbar. Zumindest steht das auf der Verpackung.

Aber immer mehr Städte beklagen sich über diese Beutel und raten von ihrem Gebrauch ab - mit der Begründung, sie seien nicht kompostierbar.

Fragen an Dominik Bartoschek, SWR Umwelt und Ernährung

Was stimmt denn nun - sind diese speziellen Müllbeutel kompostierbar oder nicht?

Auch eigentlich kompostierbare Tüten bereiten bei der Verarbeitung zu Kompost Probleme. (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
Die eigentlich kompostierbaren Biomüll-Tüten aus Plastik zerfallen nicht schnell genug. dpa Bildfunk -

Beides stimmt - und genau das ist das Problem an diesen Beuteln. Wenn auf der Verpackung steht, dass sie kompostierbar sind, dann sind sie auch kompostierbar - allerdings nur unter den Bedingungen, die eine Norm genau vorschreibt. Wenn diese erfüllt werden, tragen die Beutel die Bezeichnung "kompostierbar" völlig zu Recht. Das Problem ist nur: Die meisten Kompostierungsanlagen in den Kommunen bieten nicht die Bedingungen, die sich diese Norm vorstellt.

Zum Beispiel ist der Zeitraum, in dem Biomüll zu Kompost werden soll, in der Praxis viel kürzer als die zwölf Wochen, die laut Norm vorgesehen sind. Deshalb zerfallen diese Beutel nicht vollständig, sie bleiben als Fremdkörper im Kompost. Das wiederum macht es schwer, ihn zu verkaufen. Aus diesem Grund versuchen viele Kommunen, ihre Bürger davon zu überzeugen, diese Tüten doch bitte nicht zu verwenden.

Wenn ich diese vermeintlich kompostierbaren Müllbeutel zu Hause habe, soll ich die nicht mehr verwenden?

So ganz kategorisch kann man das nicht sagen. Es gibt einige Entsorgungsbetriebe, denen macht das nichts aus. Einige wünschen sogar, dass man sie verwendet. Aber das sind geschätzt nur etwa zehn Prozent. Der Rest sagt: Beutel bitte nicht verwenden.

Das heißt also, man sollte sich am besten beim örtlichen Entsorger oder bei der Kommune erkundigen, was man dort empfiehlt. Wenn es dort heißt, dass man die Beutel bitte nicht verwenden soll, dann sollte ich das auch beherzigen. Denn wenn der Entsorgungsbetrieb am Ende nichts mit dem Müll anfangen kann, dann kann ich mir die Arbeit mit dem Mülltrennen auch gleich sparen.

Was sind die Alternativen zum Beutel aus Bio-Plastik? Worin sollte ich den Biomüll am besten sammeln?

Die meisten Entsorgungsbetriebe empfehlen, den Biomüll in Zeitungspapier einzuwickeln. Ein Blatt Küchenrolle oder eine Serviette ist auch ok. Es gibt auch Beutel zu kaufen aus unbeschichtetem Papier, die sind auch gut verwendbar.

Das ist zwar alles nicht ganz so komfortabel und sauber wie die Plastik-Beutel, aber wenn man wirklich will, dass Biomüll zu Kompost wird, sollte man besser auf diese Materialien umsteigen.

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