Patente und Erfinder aus Baden-Württemberg 5 wichtige Fakten zum Tüftlerland

Das Fahrrad, das Automobil, der Dübel - alles Erfindungen aus Baden-Württemberg, die den Weg in die Welt gefunden haben. Wir erklären, warum es das Land der Erfinder und Tüftler ist.

Viele Tüftler aus Baden-Württemberg haben international Erfolg. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Viele Tüftler aus Baden-Württemberg haben international Erfolg.     picture-alliance / dpa -

SWR-Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt mit 5 Fakten, die das untermauern.

1. Die Zahl der Patente

Wer tüftelt, will seine Erfindungen schützen lassen. Das geht über Patente. Wie erfinderisch ein Land ist, lässt sich daher an der Zahl der Patentanmeldungen ablesen. Jahrzehntelang lag Baden-Württemberg mit jährlich mehr als 14.000 an Platz Eins. Jetzt haben die Bayern aufgeholt und hatten 2017 etwa 1.000 Patentanmeldungen mehr - ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Weit abgeschlagen ist das bevölkerungsreichste Bundesland, Nordrhein-Westfalen, auf Platz Drei und bringt es nur auf die Hälfte.

2. Familienunternehmen im Ländle

Klein angefangen haben sie alle einmal. Die Keimzelle daheim in der Werkstatt, da haben sich die Erfinder die Nächte um die Ohren geschlagen. Und es wurde sicher nicht auf die Uhr geschaut. Im Familienkreis wurden die Erfindungen oft als Erstes getestet und dann weiterentwickelt. Familienunternehmen gibt es viele im Land, unter den 1.000 größten deutschen, befinden sich fast 200 in Baden-Württemberg.

3. Baden-Württembergs Wirtschaftskraft

Maschinenbau und Automobil - damit wird im Land das Geld verdient. Die Regierungsbezirke Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen zählen zu den Regionen Europas mit der höchsten Wirtschaftskraft. Weltbekannte Unternehmen wie Bosch und Daimler, wie Würth und Mahle, sind groß genug, um sich eigene Forschungsabteilungen leisten zu können.

Daneben gibt es tausende Mittelständler mit Erfindergeist und hoher Produktivität. Die wirtschaftliche Stärke verschafft den Unternehmen die Luft zum Tüfteln.

4. Spitzenplatz in Forschung und Entwicklung

In Heidelberg ist die älteste Universität Deutschlands. Bildung und Erfindergeist haben also eine lange Tradition. Das Land unterstützt den Tüftlergeist. Stiftungen vergeben Erfinderpreise. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind überdurchschnittlich im Land, das reicht für einen Spitzenplatz in der gesamten EU. 2015 wurden gut neun Milliarden Euro dafür ausgegeben. 150.000 Menschen forschen in dem Bereich, auch diese Zahl ist spitze.

5. Aber warum gerade in Baden-Württemberg?

Es gibt Leute, die sagen, das liegt an der Mentalität der Menschen, dass es gerade in Schwaben und Baden so viele Tüftler gibt. Es gibt andere, die glauben, dass es am Viertele Trollinger oder Lemberger liegt.

Vielleicht liegt es aber auch an der rauen Natur, wie Artur Fischer vermutete. Der Erfinder der Fischer-Dübel erzählte gerne von kargen Gegenden, wie der schwäbischen Alb. Da habe es nichts gegeben, daher mussten die Menschen dort einfach alles selbst erfinden.

Online: Heidi Keller

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