Obst- und Gemüsepreise 2018 Dürre-Folgen: Kartoffeln teuer, Äpfel günstig

Der Super-Sommer 2018 ist Geschichte. Doch auf dem herbstlichen Wochenmarkt zeigen sich nun die Folgen: Mit höchst unterschiedlichen Preisen für verschiedene Obst- und Gemüsesorten.

Hände greifen beim Erntebeginn der Pfälzer Grumbeere (pfälzischer Begriff für Kartoffel) nach Kartoffeln der Sorte Annabelle. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Nach massiven Ernteeinbußen sind die Kartoffelpreise um mehr als die Hälfte gestiegen. picture-alliance / dpa -

Die Kartoffelbauern hat die Dürre besonders hart getroffen. Von einem "historischen Tiefstand" bei der Erntemenge spricht der Verband der Kartoffelverarbeiter. Ein Grund dafür: Mehr als die Hälfte der Kartoffeln in Deutschland werden in den norddeutschen Bundesländern geerntet, und hier hatte die Trockenheit besonders heftig zugeschlagen. Retten ließ sich die Ernte nur durch intensive Bewässerung, das wiederum triebt die Kosten nach oben.

Bei Kartoffeln kommt alles auf den Markt

Nachdem die dünn geschnittenen Kartoffeln zu Chips fritiert wurden, werden sie im Intersnack-Werk in Petersau bei Frankenthal gewürzt (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Die kartoffelverarbeitende Industrie beklagte bereits einen "historischen Tiefstand" bei der Kartoffelernte. picture-alliance / dpa -

In der Folge vermelden die Marktbeobachter vom Agrarmarkt-Informationsdienst nun einen Preisanstieg um mehr als die Hälfte. Aber nicht nur beim Preis macht sich die Dürre bemerkbar, die Kartoffeln sehen auch anders aus. Viele Kartoffeln sind viel kleiner geblieben als sonst, und einige Knollen weisen auch leichte Schönheitsfehler auf. In Normaljahren werden solche Exemplare vom Handel vorher aussortiert. Doch in diesem Jahr wird an Kartoffeln eben alles verkauft, was auf dem Markt überhaupt zu kriegen ist.

Die kartoffelverarbeitende Industrie beklagte eine Kartoffelernte, die mit rund 8,7 Millionen Tonnen einen "historischen Tiefstand" erreicht habe. Die Versorgung der Unternehmen - wie etwa von Kartoffelchips-Produzenten - mit neuer Ware sei derzeit "nicht klar vorhersehbar", sagte ein Sprecher des Bundesverbands der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK).

Auch weitere Gemüsesorten haben unter Supersommer gelitten

Verschiedene Gemüsesorten liegen an einem Stand auf dem Wochenmarkt. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Inzwischen haben sich die Gemüsepreise wieder eingependelt. picture-alliance / dpa -

Auch auf andere Gemüsesorten hatten die Dürre spürbare Auswirkungen. Salat, Tomaten und Gurken brauchen besonders viel Feuchtigkeit. Weil die aber nicht in Form von Regen kam, musste auch hier über Wochen kostspielig bewässert werden. Bei Gurken führte das zeitweise zu Preissprüngen von 80 Prozent innerhalb eines Monats.

Laut Marktbeobachtern normalisieren sich diese Preise gerade wieder, dafür muss jetzt aber für Möhren, Zwiebeln und Weißkohl deutlich mehr gezahlt werden. Und auch die schlechte Getreideernte schlägt jetzt auf die Verbraucherpreise durch: Im November kostete das Kilo Standard-Mehl vier Cent mehr als im Oktober.

Gute Ernte sorgt für sinkende Preise beim Obst

Eine Standbetreiberin deutet auf dem Wochenmarkt auf eine Kaki-Frucht die von einer Kundin gehalten wird. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Auf dem Wochenmarkt zahlen Verbraucher für viele Obstsorten dafür dieses Jahr weniger. picture-alliance / dpa -

Allerdings gibt es nicht nur Anlass, über steigende Preise zu klagen. Vor allem an der Obsttheke ist manches auch günstiger als im Vorjahr. Orangen und Mandarinen zum Beispiel zeigen sich vom Super-Sommer 2018 unbeeindruckt, eine gute Ernte sorgt derzeit für sinkende Preise.

Auch Äpfel gibt es dieses Jahr in Hülle und Fülle. Denn das Wetter zur Blütezeit war bestens. Die Trockenheit schadete den tiefwurzelnden Bäumen nicht so stark wie anderen Kulturen, und Krankheiten konnten sich weniger stark verbreiten als in feuchten Jahren. Ergebnis: Verbraucher zahlen für das Kilo Äpfel derzeit fast ein Fünftel weniger als noch im Vorjahr.

Dominik Bartoscheck, SWR Umweltredaktion | Online: Lutz Heyser

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