Natural Branding bei Bio-Waren Mit Lasertechnik Plastik vermeiden

Gerade Bio-Ware ist oft - wenig umweltfreundlich - in viel Plastik verpackt. In einigen Supermärkten heißt es aber neuerdings: Lasern statt verpacken.

Mädchen hält in Plastik verpackte Bio-Bananen in der Hand (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Müssen die Bananen in Plastik verpackt sein? picture-alliance / dpa -

Das Argument der Handelsketten für die Plastikverpackung war bisher, die Bio-Ware müsse von der konventionellen Ware zu unterscheiden sein. Doch bald könnte der Plastik-Wahnsinn ein Ende haben.

Avocados zum Beispiel werden bei den Kunden immer beliebter. Für den Handel ist die Frucht aber eher ein Sorgenkind, zumindest in ihrer Bio-Variante. Denn sie wird häufig aufwendig in einer Pappschale und mit Plastikfolie ummantelt verkauft, weil auf ihrer rauen Schale die Aufkleber mit dem aufgedruckten Bio-Siegel nur sehr schlecht haften. Genau diese Eigenschaft macht die Avocado nun aber zu einer idealen Kandidatin für eine neue Kennzeichnungsmethode: "Natural Branding".

Fragen an Dominik Bartoschek, SWR-Umweltredaktion

Was bedeutet Natural Branding?

Statt die Avocado mit einem Aufkleber als Bio-Ware zu kennzeichnen, wird das Bio-Siegel nun gelasert, also dreidimensional eingeprägt. Das funktioniert auch mit Markenlogos oder Schriftzügen und macht Aufkleber und Verpackung überflüssig, spart also jede Menge Plastik, Papier, Tinte und Kleber.

Die Schale wird beim Lasern nicht verletzt, sondern nur ihre oberste Pigmentschicht abgetragen. Deshalb, sagt der Handel, sei das Verfahren selbst bei empfindlicher Ware wie Bananen oder Gurken anwendbar.

Avocados mit gelaserter Aufschrift (Foto: SWR, SWR -)
So werden Aufkleber und Verpackungen überflüssig. SWR -

Wo gibt es gelasertes Obst und Gemüse bereits zu kaufen?

In Schweden und den Niederlanden ist gelaserte Ware in vielen Supermärkten bereits Alltag. In Deutschland testen REWE und Penny gerade in 800 Märkten in Nordrhein-Westfalen, ob die Kunden die gelaserten Avocados akzeptieren.

Gibt es gesundheitliche Bedenken?

Verbraucherschützer fordern Untersuchungen, ob das Lasern schädliche Rückstände hinterlässt. Der Handel argumentiert, die gesundheitliche Unbedenklichkeit sei bereits belegt und das Verfahren in der EU zugelassen.

Löst Natural Branding das Plastikproblem?

Stellt sich die Technik wirklich als unbedenklich heraus und akzeptieren die Kunden das gelaserte Obst und Gemüse, dann könnte Natural Branding die ideale Lösung zur Kennzeichnung von Bio-Produkten sein. Das Verfahren schließt jegliche Verwechslung mit konventioneller Ware eindeutig aus. Damit wäre eine Menge Plastik tatsächlich überflüssig.

Online: Sola Hülsewig

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