Nachfrage nach Milchfett weltweit Butterpreis auf Rekordhoch

Bei den Discountern hat sich der Butterpreis auf 1,99 Euro für eine Packung erhöht. Andere Geschäfte haben nachgezogen. Warum Butter so teuer geworden ist und wie lange das noch anhält.

Butter ist so teuer wie nie seit der Euro-Einführung (Foto: © Colourbox.com -)
Butter ist so teuer wie seit 15 Jahren nicht mehr © Colourbox.com -

Der Butterpreis ist bei Aldi, Lidl, Norma und Co. in den letzten Monaten nach und nach auf mittlerweile 1,99 Euro gestiegen und ist damit so hoch wie nie seit der Euro-Einführung. Andere Supermärkte folgen in der Regel diesen Preisen.

Butterpreis 50 Prozent höher als im Mai

Seit Mai ist Butter um gut 50 Prozent teurer geworden. Milchfette - wie Butter und Sahne - sind weltweit so stark nachgefragt, dass sie knapp geworden sind. Das hat den Rohstoffpreis inzwischen auf 6,15 Euro pro Kilo steigen lassen.

Die außergewöhnliche Nachfrage nach Milchfett kommt nicht allein aus Europa, sondern auch aus Asien - insbesondere aus China. Hinzu kommt, dass die Milchbauern in Neuseeland und Australien wegen schlechten Wetters nicht so viel liefern konnten wie gewohnt. Die weltweit hohe Nachfrage hat Butter knapp werden lassen und die Preise nach oben getrieben.

Und das Preis-Hoch wird weiter anhalten: Einmal, weil im Herbst traditionell weniger Milch erzeugt wird, und zum Anderen, weil aufgrund der anstehenden Weihnachtsbäckerei spätestens ab November noch mehr Butter verbraucht werden wird. Mit sinkenden Butterpreisen ist deshalb frühestens Anfang kommenden Jahres zu rechnen.

Positive Entwicklung für Milchbauern

Einen guten Effekt hat das derzeitige Preis-Hoch: Nach der schweren Milchpreis-Krise bekommen viele Erzeuger nun wieder mehr als 40 Cent pro Liter Milch. Noch vor einem Jahr war der Milchpreis bei 22 Cent tief im Keller, und viele Bauern sind deshalb aus der Milchproduktion ausgestiegen.

Der Preis für den Liter Frischmilch werde, so die Erwartung von Experten, allerdings kaum steigen. Vermutlich wird die Milchproduktion aber wieder zunehmen, weil die Bauern unter diesen Umständen doch wieder Milchvieh dazu kaufen - und damit sinken auch die Butterpreise wieder. Schweinezyklus nennt sich das, auch wenn es um die Milch geht.

Von: Sabine Schütze, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Heidi Keller

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