Nach Orkantief "Xavier" Wie die Bahn ihre Züge wieder ins Rollen bringt

Wetterextreme stellen die Deutsche Bahn immer wieder auf die Probe. Wie das Unternehmen seine Züge wieder zum Rollen bringt - egal ob nach Sturmschäden oder einem Wintereinbruch.

Bahnreisende warten am Hauptbahnhof in Berlin auf Informationen. Wegen des Sturmtiefs hatte die Bahn zahlreiche Verbindungen gestrichen. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Bahnreisende warten am Hauptbahnhof in Berlin auf Informationen. Wegen des Sturmtiefs hatte die Bahn zahlreiche Verbindungen gestrichen. picture-alliance / dpa -

Sobald der erste Baum auf eine Eisenbahnstrecke fällt, schaltet die Deutsche Bahn auf Krisenmodus. Die betroffene Verbindung wird sofort gesperrt, damit möglichst keine weiteren Züge auf freier Strecke stoppen müssen.

Das ist Routine und kommt häufiger vor, gestern aber hat sich schnell abgezeichnet, dass Sturmtief Xavier flächendeckend für große Probleme sorgt und damit zu einem echten Sicherheitsrisiko wird.

Krisenteams arbeiten mit Hochdruck

Ein ICE der Deutschen Bahn steht nach einem Nothalt aufgrund von Sturmschäden still. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Ein ICE der Deutschen Bahn steht nach einem Nothalt aufgrund von Sturmschäden still. picture-alliance / dpa -

Wenn neue Meldungen über umgestürzte Bäume und beschädigte Oberleitungen rein kommen, wird es hektisch hinter den Kulissen. Weitere Strecken müssen gesperrt werden.

Die Verantwortlichen in den Netzleitzentralen Berlin, Hamburg und Leipzig haben die Wetterlage im Blick, stimmen sich in Konferenzen ab und entscheiden, den Zugverkehr in Norddeutschland aus Sicherheitsgründen einzustellen.

Alle in den betroffenen Regionen fahrenden Züge müssen den nächsten Bahnhof ansteuern, andere werden frühzeitig gestoppt, bevor sie die Krisenregion erreichen - wie im aktuellen Fall etwa in Kassel. An den Bahnhöfen werden die Passagiere versorgt, Hotel-Züge zum Übernachten werden bereit gestellt, erste Reparaturtrupps rücken aus.

Auswirkungen in ganz Deutschland

Krisenteams arbeiten daran, die Sturmschäden schnellstmöglich zu beseitigen. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Krisenteams arbeiten daran, die Sturmschäden schnellstmöglich zu beseitigen. picture-alliance / dpa -

Während der Nacht sind hunderte Mitarbeiter mit Reparaturzügen im Einsatz, um umgestürzte Bäume von den Gleisen zu räumen und beschädigte Oberleitungen zu reparieren. Liegengebliebene Züge werden notfalls mit Dieselloks abgeschleppt, wenn die Stromversorgung unterbrochen ist.

Erste Strecken sind bereits wieder frei, doch nach wie vor sind nicht alle Schäden beseitigt. Deshalb wird es noch eine Weile dauern, bis der Zugverkehr wieder normal läuft. Dazu kommt, dass das Zugpersonal häufig erst wieder zu den Zügen gebracht werden muss, notfalls mit dem Taxi oder dem Auto.

Reisende sollten sich im Krisenfall über Notfahrplan informieren

Wegen des Sturmtiefs "Xavier" kommt es in ganz Deutschland zu Einschränkungen. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Wegen des Sturmtiefs "Xavier" kommt es in ganz Deutschland zu Einschränkungen. picture-alliance / dpa -

Nicht immer kann die alte Besatzung den Zug von dort weiterfahren, wo sie ihn gestern hat stehen lassen. Und nicht jeder Zug kann einfach losfahren, wenn er startbereit ist. Das muss mit dem Gesamtfahrplan abgestimmt werden.

Ein kompliziertes Verfahren, das Zeit kostet und die Rückkehr zum Normalbetrieb verzögert. Deshalb sollten sich Bahnkunden in Krisensituationen vor Antritt ihrer Reise über die Verbindungen informieren.

Autor: Uwe Bettendorf, SWR Wirtschaft und Soziales / Online: Jutta Kaiser

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