Nach ICE-Brand auf Schnellbahnstrecke Bahn noch Tage mit den Folgen beschäftigt

Nach dem Brand des ICE-Zuges zwischen Köln und Frankfurt dauern die Aufräumarbeiten an. Was Bahnreisende deshalb zu Verspätungen und Zugausfällen wissen sollten.

Feuerwehrleute löschen einen brennenden ICE-Wagen, der auf der Schnellstrecke zwischen Frankfurt und Köln Feuer gefangen hatte. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Das Feuer in dem ICE war bei Dierdorf in der Nähe von Neuwied in Rheinland-Pfalz ausgebrochen. picture-alliance / dpa -

Fragen an den SWR-Bahnexperten Uwe Bettendorf

Warum dauern die Aufräumarbeiten so lange?

Feuerwehrleute sind nach dem Brand eines ICE auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt in der Nähe von Montabaur mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Bei dem Zugbrand erlitten fünf Menschen nach Polizeiangaben leichte Verletzungen. picture-alliance / dpa -

Die Arbeiten werden mindestens noch bis Ende der Woche andauern. Denn der Brand hat zu ganz erheblichen Schäden an Gleisen, Signaltechnik und Oberleitung geführt. Diese müssen nun mit großem Aufwand und unter enormem Zeitdruck repariert werden. Dabei geht es nicht einfach nur darum, ein paar Leitungen zu ziehen und neue Gleise zu verlegen.

Vielmehr müssen auch ganze Betonschwellen ausgetauscht und der Gleis-Untergrund genau analysiert werden, damit dort später wieder die Züge mit Tempo 300 sicher fahren können. Um diese Sicherheit tatsächlich zu gewährleisten, wird laut Bahn in dieser Woche aller Voraussicht nach kein Zug mehr auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt fahren können.

Könnte man den Zugverkehr auf der Strecke nicht über ein Gleis abfertigen?

Bahnreisende stehen im Hauptbahnhof vor der Anzeigetafel (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Bahnreisende müssen sich aufgrund der Aufräumarbeiten weiterhin auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. picture-alliance / dpa -

Der Plan der DB sieht vor, das Nachbargleis so schnell wie möglich zu sanieren, um dann zumindest eingleisig an den Start gehen zu können. Das würde die Lage tatsächlich entspannen. Aber auch das wird wohl frühestens am Wochenende der Fall sein.

Das Gleis, auf dem der Zug in Brand geraten ist, ist so stark beschädigt, dass es sogar deutlich länger dauern wird, bis darauf wieder gefahren werde kann. Deshalb erscheint mir momentan am Realistischsten, dass der Zugverkehr zunächst wieder eingleisig anlaufen wird. Aber bis die Strecke wieder in beide Richtungen komplett befahrbar ist, kann es sich noch deutlich länger hinziehen.

Was sollen betroffene Bahnkunden nun tun?

Ein Güterzug fährt am 20.08.2010 durch Assmanshausen am Rhein. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Die Bahn nutzt nun die ohnehin stark befahrene Rheinstrecke als Ausweichlinie. picture-alliance / dpa -

Alle Reisenden, die bis einschließlich Freitag eine Zugverbindung haben, die über die Schnellstrecke gehen sollten, können die Fahrkarten kostenlos stornieren. Das bringt den Bahnreisenden aber nichts, wenn sie von Süden Richtung Köln oder von Norden Richtung Frankfurt fahren müssen. Deshalb wurde auch die so genannte "Zugbindung" für Sparpreise für diese Strecken aufgehoben. Dass heißt, man kann nun nach Belieben auch einen anderen Zug auswählen.

Das Problem ist, dass die Züge, die eigentlich über die Schnellbahnstrecke Köln - Frankfurt fahren, nun in der Regel über die alte Rheinstrecke umgeleitet werden. Damit sind die Züge bis zu 90 Minuten länger unterwegs. Wegen dieser Verspätung gibt es dann mindestens 25 Prozent vom Fahrpreis zurück.

Online: Lutz Heyser

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