Mobilitätsindex 2018/2019 Südwesten bei nachhaltiger Mobilität vorne

In Baden-Württemberg ist der Personen- und Güterverkehr besonders nachhaltig. Rheinland-Pfalz erreicht den dritten Platz. So das Ergebnis des Bundesländerindex Mobilität und Umwelt.

Baden-Württemberg, Stuttgart: Autos fahren im Feierabendverkehr über eine Straße. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
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Kein Bundesland bemüht sich ausreichend um einen umweltfreundlichen und sicheren Verkehr, stellen die Herausgeber des Mobilitätsindex, die Umweltverbände BUND, Allianz pro Schiene und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, fest. Vielmehr nehmen die meisten Bundesländer nur auf gesetzlich vorgeschriebene Pläne Bezug.

Baden-Württemberg Spitze bei Verkehrslärm-Vermeidung

2.02.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Stadtbahn und Autos fahren die Heilbronner Straße entlang. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Baden-Württemberg tut am meisten für einen nachhaltigen Verkehr, dicht gefolgt von Thüringen und Rheinland-Pfalz. picture-alliance / dpa -

Baden-Württemberg ist Spitze im Themenbereich Lärmminderung. Das Land will bis 2020 mindestens 20 Prozent weniger vom Verkehrslärm betroffene Menschen haben - und bis 2030 sogar 50 Prozent weniger. In Sachen Verkehrssicherheit, Flächenverbrauch und Klimaschutz landet das Land im oberen Mittelfeld.

Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) freut sich über diesen Erfolg. Die Gutachter hätten damit honoriert, dass Baden-Württemberg die Verkehrspolitik als eine umfassende Gestaltungsaufgabe begreife. Vor allem der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, die Förderung der Elektromobilität sowie des Rad- und Fußverkehrs seien wichtige Schritte hin zu nachhaltiger Mobilität.

Rheinland-Pfalz senkt Flächenverbrauch

23.10.2018, Rheinland-Pfalz, Mainz: Die Messstation in der Parcusstraße (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Weniger Verkehr bedeutet auch weniger verschmutzte Luft. picture-alliance / dpa -

Rheinland-Pfalz schafft es neben Berlin als einziges Land die Verkehrsfläche pro Einwohner zu senken. Damit sind unter anderem Straßen, Fußgängerzonen und Bushaltestellen gemeint.

Rheinland-Pfalz hat in diesem Punkt bereits heute die Zielvorgabe des Umweltbundesamtes für 2020 mehr als erreicht. Bei den Themenbereichen Lärmminderung und Klimaschutz kommt Rheinland-Pfalz ebenfalls unter die ersten drei Bundesländer. Der Bundesländerindex Mobilität und Umwelt 2018/19 wurde bereits zum fünften Mal erhoben.

Von Sabine Schütze, SWR Umwelt und Ernährung

Mobilitätsindex - was ist davon zu halten?

Eine Einschätzung von Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung

In diesem Mobilitätsindex ist eine Menge an Informationen drin, aber am Ende ist das Ranking einigermaßen fragwürdig.
Mobilität ist ein ziemlich großes Thema. Das spiegelt sich schon bei den Trägern dieses Index wider: Die Allianz Pro Schiene, der deutsche Verkehrssicherheitsrat und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) haben recht unterschiedliche Ansätze.

Immerhin trägt der Bericht eine Menge guter Informationen aus den Ländern zusammen. Und zwar in zuletzt fünf Bereichen: Verkehrssicherheit, Lärm, Flächenverbrauch, Klimaschutz und Luftqualität. Jedes dieser Themen fließt gleichwertig ins Gesamtergebnis. Neben harten Daten und Fakten werden dabei auch politische Ziele und Absichten berücksichtigt. Allein der Wille zählt da schon - selbst wenn aus hehren Zielen dann nichts wird.

Das erklärt dann auch, warum Baden-Württemberg zum Beispiel im vorletzten Report noch sehr gut dastand bei der Luftqualität - und im jüngsten ziemlich abgerutscht ist. Rheinland-Pfalz hatte zuletzt einen zweiten Platz im Ranking, Baden-Württemberg einen vierten.

Die Rheinland-Pfälzer punkteten mit einem relativ geringen Flächenverbrauch. Pro Einwohner gerechnet, ist die Verkehrsfläche sogar gesunken. Bei der Luftqualität - Feinstaub und Stickoxide - sind die Werte aber nur knapp durchschnittlich. Profitieren kann das Land von einem Lärmschutzprogramm mit klaren Zielen - ein politischer Vorschuss. Bei der Neuauflage wird wohl geprüft worden sein, wie die Realität aussieht.

In diesem Punkt gilt Gleiches für Baden-Württemberg. Das Land ist bei den Stickoxiden weit hinten und auch beim Klimaschutz im Verkehr nur mäßiger Durchschnitt. Unterm Strich eben: eine gute Datenquelle - aber das Thema Mobilität ist zu komplex, als dass es sich in eine Hitparade fassen ließe.

Online: Lutz Heyser

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