Messenger WhatsApp ab 16 Jahren Worauf müssen Eltern achten?

WhatsApp-Nutzer müssen ab sofort mindestens 16 Jahre alt sein. Aber was ist, wenn trotzdem jüngere Jugendliche den Dienst nutzen?

Viele Schüler sind bei der Nachricht wahrscheinlich zusammengezuckt: Der Messenger-Dienst WhatsApp setzt sein Mindestalter von 13 auf 16 Jahre herauf. Für Schüler ist WhatsApp in vielen Fällen der Kommunikationsweg. Aber auch viele Erwachsene nutzen den Messenger.

Fragen an Alexander Winkler, SWR Wirtschaft und Umwelt

Wie will WhatsApp künftig das Alter überprüfen?

WhatsApp wird in den kommenden Wochen bestehende und neue Nutzer fragen, ob sie älter als 16 Jahre sind oder nicht. Wer dann anklickt, "Nein, ich bin jünger", der darf gemäß der neuen Nutzungsbedingungen WhatsApp ab sofort nicht mehr benutzen.

Allerdings wird der Messengerservice auch keinen Altersnachweis verlangen. Das lässt zumindest die Möglichkeit zu, dass Eltern und Jugendliche sich über die Altersgrenze hinwegsetzen.

Die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung sieht grundsätzlich vor, dass Eltern auch Jugendlichen ab 13 Jahren ihre Einwilligung geben könnten. Diese Möglichkeit will zum Beispiel Facebook seinen Nutzern einräumen. Für WhatsApp ist diese Option offenbar nicht geplant.

Falls jüngere Kinder die App trotzdem nutzen, worauf müssen Eltern achten?

Die Unternehmen schützen sich damit, indem sie sagen: Wir nutzen die Daten unserer Nutzer für Werbezwecke. Das dürfen wir nur bei Nutzern über 16 Jahren und deswegen beschränken wir den Zugriff auf unseren Dienst. Wenn jemand behauptet, er sei älter, kann das Unternehmen nichts dafür.

Trotzdem gibt es Fälle aus der Vergangenheit, als das Mindestalter noch bei 13 Jahren lag. Ein 11-Jähriger hatte trotzdem WhatsApp benutzt. In diesem Falle ermahnte das Amtsgericht Bad Hersfeld vergangenes Jahr die Eltern, Kinder und Jugendliche bis 18 bei der Nutzung von WhatsApp aufzuklären und zu begleiten. Dabei geht es auch darum, wie sie mit Datenschutz und Mobbing umgehen können.

Auf welche Alternativen zu WhatsApp kann man zurückgreifen?

Es gibt Dienste, die die Daten der Nutzer nach eigenen Angaben nicht für Werbezwecke verwenden. Da ist gut für den Datenschutz und es gibt auch keine Probleme, dass Kinder die Messenger nutzen dürfen. Ein Beispiel für einen solchen Dienst ist etwa Threema. Der Anbieter hat bereits erklärt, dass seine Dienst mit der EU-Datenschutzgrundverordnung konform sind.

Gleiches könnte für Signal und den Telegram Messenger gelten, da sie auch bisher keine Altersgrenze haben. Beide Dienste haben sich bisher aber noch nicht zu der neuen Verordnung geäußert.

Online: Jutta Kaiser

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