Mehr Schutz für Verbraucher Internet- und Handyverträge transparenter

Ab sofort müssen in Deutschland Anbieter von Internetverträgen für Handy oder Festnetz ihre Kunden besser informieren. Dazu gehört jetzt zu allen Verträgen ein Informationsblatt.

Als Teil der neuen Verordnung gibt es zukünftig zu allen Verträgen ein Informationsblatt, das zum Beispiel Beschränkungen beim Datenvolumen und versteckte Kosten transparent machen soll. Das neue Produktinformationsblatt soll vor allem die Dinge hervorheben, die sich bisher im Kleingedruckten unserer Internetverträge verstecken.

Kein Schummeln mehr beim Datenvolumen

Dazu zählt etwa die Drosselung von Flatrates. Denn viele Handyverträge versprechen unendliches Datenvolumen. Allerdings wird die Internetgeschwindigkeit ab einem gewissen Datenverbrauch spürbar verlangsamt. Wann genau diese Drosselung eintritt, das soll das entsprechende Informationsblatt ab sofort auf einen Blick erkennbar machen.

Wie schnell ist der Internetanschluss wirklich?

Daneben wird es für Kunden einfacher, festzustellen, wie schnell Daten aus dem Internet heruntergeladen oder ins Internet hochgeladen werden. Das kann man an sich auch jetzt schon messen lassen, zum Beispiel beim kostenlosen Angebot der Bundesnetzagentur. Ab heute sind die Unternehmen aber verpflichtet, auf solche Messmöglichkeiten hinzuweisen.

Kunden können außerdem einfacher dagegen vorgehen, wenn der gemessene Wert spürbar von dem abweicht, was der Internetanbieter verspricht.

Mehr Infos auch für Bestandskunden

Auch für bestehende Vertragskunden gibt es ein paar Infos mehr. Auf der Monatsrechnung müssen Internetanbieter künftig die verbleibende Vertragslaufzeit angeben, außerdem das Datum, bis zu dem Kunden den Vertrag kündigen können.

Für diese Änderung haben die Internetanbieter allerdings noch eine Übergangszeit bis Ende 2017.

Die Produktinformationsblätter sind seit 1. Juni Pflicht. Sie werden jetzt aber nicht an alle Verbraucher per Post nach Hause geschickt. Bei bestehenden Verträgen müssen Unternehmen die Produktinformationsblätter lediglich online zur Verfügung stellen.

Von Alexander Winkler, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Tobias Frey

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