Künftiger Daimler-Boss Källenius Der schwedische Schwabe

Im Mai 2019 soll Ola Källenius an die Daimler-Spitze wechseln. Doch wer ist der Mann, der den Stuttgarter Autobauer zu einem Mobilitätskonzern umbauen soll?

Man bemerkt es kaum noch, dass Ola Källenius nicht aus Deutschland oder gar Baden-Württemberg kommt. Der gebürtige Schwede spricht fließend Deutsch, ebenso wie Englisch. In Berichten über ihn wird immer wieder betont, dass er mit einer Schwäbin verheiratet ist. Das Paar hat drei Kinder. Ein Schwede an der Spitze des Daimler Konzerns, das ist selbst für den internationalen Autokonzern keine Selbstverständlichkeit.

Zetsche: „Eine wertvolle internationale Perspektive“

Der noch amtierende Vorstand Dieter Zetsche sieht die internationale Personalie als Pluspunkt: Ola hat sich in vielfältigen Funktionen bei Daimler nicht nur meine Wertschätzung verdient, sondern auch die Anerkennung der Kolleginnen und Kollegen verschiedener Bereiche. Gleichzeitig bringt er eine wertvolle internationale Perspektive mit. schrieb er heute an die Daimler Mitarbeiter, die diesen Blogeintrag mit fünf Sternen bewertet haben.

Ola Källenius (Foto: © dpa, picture alliance -)
Bislang ist Ola Källenius im Vorstand für den Bereich Forschung und Entwicklung in der Autosparte zuständig. © dpa, picture alliance -

Källenius hat sein gesamtes Berufsleben bei Daimler verbracht. Controlling, AMG-Chef, und seit drei Jahren nun im Vorstand zuständig für Forschung und Entwicklung. Damit ist er für die Zukunft des Konzerns verantwortlich und die sieht er auf jeden Fall mit mehr Elektroautos als heute. In 2025 sollen es bei Mercedes bis zu 25 Prozent sein, sagte er im vergangen Jahr bei einer Veranstaltung der IHK Stuttgart. Offen gab er sich dort, zugänglich, freundlich.

S-Klasse mit Kaffeemaschine?

Doch darf man den freundlichen Schweden nicht unterschätzen. Wer es an die Spitze eines Konzerns schafft, muss auch mal die Ellenbogen ausfahren und sich durchsetzen. Bei einer Messe kündigte er eine neue Unternehmenskultur an. Mehr Mut und Emotionen, nicht alles bis aufs letzte Komma durchplanen.

Källenius muss den Konzern jetzt in die Zukunft führen. Und die sieht mit Elektroautos, selbstfahrenden Autos, flexiblen Fahrkonzepten bis hin zu Flugtaxis anders aus als heute. Er kann sich sogar eine Kaffeemaschine in einer S-Klasse vorstellen.

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