Kohlenmonoxid-Vergiftung Schutz vor tückisch-tödlichem Gas

Man kann es weder sehen noch riechen - und jedes Jahr fallen ihm hunderte Tote zum Opfer: Kohlenmonoxid ist ein tückisches Gas. Was man wissen muss und wie man sich schützen kann.

Feuerwehr-Warngerät für Kohlenmonoxid (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Warngerät gegen Kohlenmonoxid für Rettungskräfte - die Vergiftungsfälle steigen. picture-alliance / dpa -

Kohlenmonoxid, die Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, ist tückisch. Niemand merkt, wenn zu viel davon in der Atemluft ist. Doch wer zu viel davon einatmet, riskiert eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Das Gas blockiert dann am Hämoglobin - einem Bestandteil der roten Blutkörperchen - die Stellen, wo normalerweise der Sauerstoff andockt.

Der Körper bekommt zu wenig Sauerstoff

3D Rendering: Blutkörperchen, Infektion (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Kohlenmonoxid blockiert den Sauerstofftransport der roten Blutkörperchen. Thinkstock -

Je mehr Kohlenmonoxid im Körper ist, desto weniger Sauerstoff wird also im Blut transportiert. Den brauchen die Organe im Körper aber unbedingt. Vor allem das zentrale Nervensystem oder das Herz verbrauchen viel davon.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung bedeutet für den Körper also einen starken Sauerstoffmangel.

Wie sich die Kohlenmonoxid-Vergiftung ausbreitet

Das äußert sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Ohrensausen und Herzrasen. Gelangt noch mehr Kohlenmonoxid in den Körper, verliert der Betroffene das Bewusstsein. Sehr hohe Konzentrationen führen zu Atemlähmung, Herzkreislaufversagen - und schließlich zum Tod.

So entsteht Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid entsteht, wenn Kohlenwasserstoffe nicht vollständig verbrennen. Das kann bei der Holzkohle auf dem Grill passieren, beim Rauchen einer Wasserpfeife, wenn Heizöfen oder Kamine defekt sind oder bei Bränden.

Messgeräte bieten Schutz

Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Sterbefälle in Deutschland durch Kohlenmonoxid-Vergiftung in den letzten Jahren gestiegen - auf zuletzt fast 650 Tote summieren sich die Fälle im Jahr. Feuerwehren sind mit speziellen Messgeräten ausgerüstet, die die Kohlenmonoxid-Konzentration messen.

Auch für die eigenen vier Wände gibt es Kohlenmonoxid-Warngeräte. Ähnlich wie Rauchwarnmelder schlagen die Geräte Alarm, wenn zu viel von dem tückischen Gas in der Luft ist.

Von Alice Thiel-Sonnen, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Michael Herr

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