Internationale Tourismus-Börse Berlin Türkei und Ägypten wieder im Kommen

Nach den Einbrüchen im Tourismus durch die Terroranschläge stehen die Zeichen jetzt wieder positiv. Deutsche Urlauber buchen wieder verstärkt Türkei und Ägypten, aber auch Tunesien.

Der türkische Außenminister Cavusoglu hat bei seinem deutschen Amtskollegen für eine Entschärfung der Reisehinweise für die Türkei geworben. Anschließend besuchte Cavusoglu die Internationale Tourismus Börse in Berlin. Die Türkei ist der größte Aussteller auf der weltgrößten Messe.

Im vergangenen Jahr war die Stimmung in der Türkei-Halle gedrückt. Der Hotelbuchungen waren um fast die Hälfte eingebrochen. Dieses Jahr sieht es völlig anders aus.

Wohlfühlen in der Türkei wie zu Hause

ITB Berlin zeigt es mal wieder (Foto: SWR, SWR -)
Am Wochenende ist die ITB Berlin jetzt für das Publikum geöffnet. SWR -

Das Club-Hotel Angelique aus Antalya hat zwei Fitness-Trainerinnen auf die ITB geschickt. In schwarzen Netzstrumpfhosen, silbernen High-Heels, knappen Badeanzügen und Federboa-Kopfschmuck laufen sie wie Showgirls durch die Türkei-Halle und verteilen grell pinkfarbene Visitenkarten. "I am Maria, I am a Samba Trainer and this is Anna. She is a Fitness Trainer in our hotel."

Maria und Anna kommen aus Russland. Seit drei Jahren arbeiten sie im Clubhotel, und sie möchten, dass sich ihre Gäste dort wie zu Hause fühlen und geliebt werden. "We give you all our love and I think it's a great place to stay with the children or single people. You can dance or you can go to fitness or you can go to pool."

Leichtigkeit und neue Rekorde

Leerer Strand in Antalya (Foto: dpa/ picture-alliance -)
Die Zeit der leeren Strände in der Türkei und Ägypten ist vorbei. dpa/ picture-alliance -

Überall wird in der Türkei-Halle gescherzt und gelacht. Die Aussteller haben sich dieses Jahr einer Leichtigkeit verschrieben. Nach dem düsteren vergangenen Jahr mit dem Tiefpunkt der Hotel-Buchungen schwärmt Hüseyin Gazi Coşan, verantwortlich für Türkei-Kultur und -Tourismus in Deutschland: "Das sieht wunderbar aus, die Zahlen steigen doppelstellig. Unter Brüdern kann es auch immer Probleme geben. Wir sind sehr enge zwei Länder. Wir sind preisgünstig und sehr luxuriös, gastfreundlich - und das lieben die Deutschen."

5,6 Millionen Deutsche haben im Rekordjahr 2015 die Türkei besucht. Diese Zahl wird man dieses Jahr noch nicht wieder erreichen. Aber die Hoteliers rüsten sich für den Ansturm der Gäste. Selahittin Sarigül hat in seinem 100.000 Quadratmeter großen Ferienclub Nena für 30.000 Dollar Wifi legen lassen. Bis zum letzten Meter auf dem Bootssteg ins Meer hinaus hat man jetzt Empfang. "Wir haben viele Stammgäste, ungefähr jedes Jahr 40 Prozent. Die kommen immer, immer, immer."

Erholungstendenzen seit Monaten - Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar

Für Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband ist das Comeback der Türkei einfach zu erklären. Das Preis-Leistungs-Verhältnis in dem Land ist unschlagbar. Zusätzlich haben die Hoteliers wegen der Flaute noch weiter die Preise nach unten geschraubt. Dazu noch die Freilassung von Deniz Yücel.

"Diese politische Entspannung ist natürlich ein sehr guter Weg. Die Erholungstendenzen haben sich aber schon vor Wochen gezeigt, so dass diese Freilassung quasi noch ein I-Tüpfelchen darstellt. Aber die Erholungstendenzen sind seit dem Herbst letzten Jahres erkennbar, dass die Deutschen, vor allem auch die deutschen Familien, wieder in die Türkei zurückkehren."

Ägypten und Tunesien verzeichnen noch stärkere Zuwächse

Ein Hut und Sandalen liegen auf einem Handtuch an einem Sandstrand. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Wieder mehr Touristen - Ägypten und Tunesien werden wieder verstärkt gebucht. Foto: Colourbox.de -

Noch besser als für die Türkei läuft es derzeit prozentual betrachtet für Ägypten. Der Vorausbuchungs-Umsatz liegt um etwa 60 Prozent höher als im vergleichenden Vorjahreszeitraum. Schon 2017 erlebte Ägypten deutliche Zuwächse.

Ebenso wie Tunesien, das nach starken Einbrüchen im Tourismus seit einigen Monaten wieder stetig wachsende Hotelbuchungen meldet.

Von Petra Thiele, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Heidi Keller

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