Insolvente Airline Air Berlin Lauda bekommt Niki

Ex-Rennfahrer Niki Lauda kauft seine ehemalige Fluglinie Niki zurück. Er hat sich damit im Bieterrennen um die insolvente Airline durchgesetzt.

Der Bieterkampf war lang und zäh, doch letztlich hat Lauda gewonnen. Er selbst mag sich jetzt freuen - die rund 760 Niki-Mitarbeiter wahrscheinlich weniger. Sina Rosenkranz aus der SWR-Wirtschaftsredaktion erklärt, warum sich unter der Belegschaft die Euphorie vermutlich in Grenzen hält.

Schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit

Bei den Beschäftigten hat Niki Lauda keinen guten Ruf. Er war in seiner Zeit als Gründer und Manager der Airline Niki dafür bekannt, die Personalkosten zu drücken, wo es nur geht. Er hat Piloten und Flugbegleiter nur als Leiharbeiter beschäftigt, sich gegen Tarifverträge und Betriebsräte gewehrt. Außerdem kamen viele nicht zurecht mit seinem Management-Stil.

Damals hieß es, Niki Lauda könne schlecht delegieren und wolle am liebsten immer alles selbst und besser machen. Das waren offenbar Arbeitsbedingungen wie bei Ryanair oder womöglich noch schlimmer. Insofern war jetzt die Belegschaft schon im Vorfeld äußerst skeptisch.

Beschäftigte wollten unterlegenen Bieter IAG

Im Bieterverfahren um Niki haben sich die Beschäftigten klar für den britisch-spanischen Konzern IAG ausgesprochen. Viele Mitarbeiter haben sogar eine Petition, also eine Unterschriftenliste, unterzeichnet - für IAG. Der Niki-Betriebsratschef hatte gewarnt, sollte Niki Lauda den Zuschlag erhalten, werde er vor einem personellen Scherbenhaufen stehen, dann würden alle 220 Piloten kündigen.

Aber Niki Lauda hat den Zuschlag bekommen, und er versucht offenbar auch auf die Beschäftigten zuzugehen: Alle 1.000 Mitarbeiter sollen ein Jobangebot bekommen. Außerdem hat sich Niki Lauda zum Standort Wien bekannt, er hat auch Gesprächsbereitschaft über einen Tarifvertrag signalisiert. Vielleicht kommt es also doch nicht so schlimm, wie von den Beschäftigten zuerst befürchtet.

Von Sina Rosenkranz, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Andreas Reinhardt

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