Im öffentlichen Dienst wird gestreikt Busse, Bahnen und Besen bleiben stehen

Ver.di hat in Baden-Württemberg für die erneute Warnstreik-Welle täglich wechselnde Streikschwerpunkte geplant. Das öffentliche Leben wird großflächig beeinträchtigt sein.

Streikschwerpunkt Metropolregion Rhein-Neckar: Ver.di-Kundgebung in Mannheim (Foto: SWR, SWR -)
Streikschwerpunkt Metropolregion Rhein-Neckar: Ver.di-Kundgebung in Mannheim SWR -

Gestreikt wird in Baden-Württemberg vor allem in Kindertagesstätten und Kliniken, aber auch bei den öffentlichen Verwaltungen, bei den Müllabfuhren und beim öffentlichen Personennahverkehr. Für die neuerliche Warnstreik-Welle hat ver.di täglich wechselnde Streikschwerpunkte geplant.

Schwerpunkt-Streiks im Land ändern sich

Mit Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr etwa soll Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Mit Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr soll Druck auf Arbeitgeber ausgeübt werden. picture-alliance / dpa -

Streikschwerpunkt am Mittwoch war die Metropolregion Rhein-Neckar und der Kreis Heilbronn. Die Straßenbahn- und Busfahrer der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) waren zu Warnstreiks aufgerufen. Der öffentliche Nahverkehr von und nach Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg wurde für den ganzen Tag lahmgelegt. Auch Schülertransporte, die von der rnv betrieben werden, wurden nicht bedient.

Protestveranstaltungen gab es zum Beispiel in Mannheim, Heidelberg, Bad Friedrichshall, Neckarsulm und Heilbronn. Unter anderem haben Mitarbeiter der Müllabfuhren und der Straßenreinigungen die Arbeit niedergelegt.

Am Donnerstag ist die Region Stuttgart dran

Am Donnerstag findet der letzte große Streiktag im Land statt. Schwerpunkt sind dann die Region Stuttgart und die Region Ulm. Am Donnerstag müssen sich vor allem die Pendler in der Region Stuttgart auf Probleme einstellen. Ver.di will auch hier den öffentlichen Nahverkehr lahmlegen. Warnstreiks gibt es zum Beispiel ganztägig bei den Stuttgarter Straßenbahnen und beim Stadtverkehr Esslingen. Die S-Bahnen fahren allerdings - sie sind nicht kommunal.

Außer in der Landeshauptstadt wird auch in den Landkreisen Ludwigsburg, Rems-Murr und Böblingen gestreikt. Auch die meisten Kitas bleiben geschlossen. Kliniken, Müllabfuhr und Verwaltungen sind ebenfalls betroffen. Warnstreiks gibt es auch in Aalen und im Ostalbkreis sowie in Heidenheim.

Warnstreikwelle aus Sicht der Gewerkschaft großer Erfolg

Die Erwartungen der Gewerkschaft wurden auch am Mittwoch übertroffen, über 7.000 Beschäftigte hatten ihre Arbeit niedergelegt. Seit dem frühen Morgen wurde der kommunale Nahverkehr in Mannheim, Ulm und Heilbronn bestreikt - und noch bis Dienstende. Außerdem wurden auch wieder hunderte Kindertagesstätten sowie Kliniken und die gesamte öffentliche Verwaltung bestreikt.

Drei Demonstrationszüge gab es durch Mannheim bis zum Paradeplatz. Bei der zentralen Kundgebung dort sprach der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske vor 3.000 Streikenden. Er erklärte, man sei grundsätzlich verhandlungsbereit - Voraussetzung allerdings: Es müsse in den unteren und mittleren Einkommensgruppen einen deutlichen Sprung nach oben geben. Auch in Heilbronn fand am Mittag eine große Kundgebung statt. Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter, sprach dort vor 1.500 Beschäftigten. An der dritten größeren Kundgebung in Reutlingen nahmen rund 2.000 Streikende teil, in Friedrichshafen 500 Beschäftigte.

Nächste Tarifverhandlungsrunde am Sonntag

Insgesamt rechnet Verdi diese Woche mit mehr als 10.000 Streikenden in ganz Baden-Württemberg. In der laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst fordern die Gewerkschaften unter anderem sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat. Die nächste Tarifrunde ist für Sonntag, 15. April, und Montag, 16. April, in Potsdam angekündigt. Der Bund und der kommunale Arbeitgeberverband VKA haben bislang kein Angebot vorgelegt.

Von Tobias Frey, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Heidi Keller

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